Online Diary

Experimente in der Natur – Was schwimmt und was sinkt?

Wir machten uns über die Viaduktbögen auf den Weg zur Limmatbrücke. Im Rucksack hatten wir Korkzapfen, Zahnstocher, Papier und eine Schere, alles Gegenstände für unser Experiment, welches wir auf der Brücke durchführen wollten. Auf dem Weg dahin sammelten wir zusätzlich Steine.

Auf der Brücke angekommen setzten wir uns auf dem Boden. Wir starteten ein Gespräch darüber, was alles schwimmen kann. Schnell war klar: «Äs Schiff!» «Und es Boot» «Und Ente!». Bei der Frage ob auch Steine schwimmen können waren sich die Kinder uneinig. Einige meinten ja und andere meinten Steine seien zu schwer.

Aus den mitgebrachten Materialen bastelten wir nun kleine Schiffchen. Als alle fertig waren, fragten die Kinder aufgeregt ob sie ihr Schiff nun ins Meer werfen dürfen. Wir warfen unsere Schiffe und dann die Steine ins Wasser. Schnell verschwanden die Steine und es war klar, dass Steine nicht schwimmen können. Unsere Schiffe jedoch beobachteten wir noch lange dabei wie sie davon fuhren. Immer weiter und vielleicht sogar bis ins Meer.

Verfasserin: Linda

Gruppenübergreifende Freundschaften

Im offenen Bildungssystem der Kleinkindergartengruppen treffen sich die Kinder der verschiedenen Gruppen immer wieder an verschiedenen Angeboten. Dies führt dazu, dass sich Kinder mit ähnlichen Interessen immer wieder treffen. Auch die gemeinsame Mittagspause, der Kinder welche keinen Mittagsschlaf machen, ist eine Schnittstelle im Gruppenalltag wo sich Kinder aus verschiedenen Gruppen treffen. Silas, Michael und Raphael gehören zu diesen Kindern. In den letzten Monaten haben sie ein gemeinsames Spiel in der Mittagspause entwickelt. Mit den kleinen Legosteinen bauen sie zurzeit verschiedene Fahr- und Flugzeuge und treten dabei in einen gemeinsamen Dialog darüber, was sie machen. Sie beobachten sich gegenseitig und dokumentieren was sie machen. Das gemeinsame sich wiederholende Spiel und ihr gemeinsames Interesse dahinter verbindet die Kinder und sie freuen sich sichtlich, wenn sie sich im Kita-Alltag treffen.

Verfasserin: Linda

Das Gips-Kreiden-Experiment

Gestern regnete es und wir nutzten die Chance auf dem Viadukt mit selbstgemachter Gips-Kreide und Pinseln zu experimentieren. Die Kinder fanden es spannend, wie gut sich diese Kreide mit den Pinseln  verstreichen liess. Sie konnten verschiedene Wege ausprobieren die Farbe auf den Boden zu bringen: Mal direkt und dann verstreichen, aber es klappte auch die Farbe mit dem Pinsel von der Kreide zu holen und dann zu verstreichen. Dann wollte Marlon gerne ausprobieren, ob die Kreide zerfliesst, wenn man sie in die Pfütze legt. Nach einigen Minuten waren wir erstaunt, dass diese Kreide keine Spur einer  Veränderung aufwies. Da hatte Marlon die Idee, dass wir mit dem Pinsel nachhelfen könnten. So wischte er eifrig auf der Kreide herum. Jede andere Kreide hätte bei diesem mechanischen Mischvorgang nachgegeben, doch unsere schien unzerstörbar. Marlon zeigte mir daher mit erstaunen seine durch das Wasser unveränderte Kreide.

Verfasserin: Karin

Malen mit dem ganzen Körper

Letzte Woche konnten sich unsere Kinder intensiv mit verschiedenen Farben befassen. Dazu legte ich einen Spiegel auf eine Plane und machte einzelne Farbkleckse darauf. Max und Sybil fingen gleich darauf an die Farbe auf dem Spiegel zu verteilen, sich zu bemalen und uns zu bemalen. Das Waschen der Kinder und der Umgebung dauerte anschliessend fast länger als das Angebot an sich, jedoch war es für alle beteiligten ein grosser Spass.

Verfasserin: Olivia

Mikrotransitionen im Alltag partizipativ gestalten

Dimitri kommt am Morgen in die Kita. Er klammert sich fest an seinen Vater Robert. Dimitri ist nun 12 Monate alt und kann Handlungsabläufe schon sehr gut vorsehen. Er weiss, dass er sich bald von seinem Vater verabschieden muss. Dimitri, sein Vater und die entgegennehmende Erzieherin Judith befinden sich in einer Mikrotransition. Unter Mikrotransitionen sind die Übergangssituationen im Alltag zu verstehen, die von Bezugspersonen und Kindern durchlebt werden. Alltagsübergänge sind oft eine grosse Herausforderung für die Kinder und können starke Stressoren sein.

Wie eingangs erwähnt, kann Dimitri Handlungsabläufe nun schon gut voraussehen. Wiederkehrende Handlungsabläufe werden in der Pikler-Pädagogik auch als Scripts beschrieben. Scripts sind Handlungsabläufe, welche immer ähnlich verlaufen. Sobald das Kind die Handlungsabläufe versteht, wird es beginnen diese mitzugestalten und je nach Alter sogar zu verändern. Diese Tatsache ist der Grundbaustein um überhaupt partizipativ mitgestalten zu können.

Um Dimitri möglichst viel Partizipation zu ermöglichen, kommt Robert mit in den Gruppenraum und begibt sich mit Dimitri auf Kinderhöhe. Auch Judith gesellt sich dazu und spricht mit Dimitri und Robert. Ein erster Kontakt entsteht. Noch immer sucht Dimitri die Körpernähe seines Vaters. Judith bietet Dimitri ein Spielzeug an. Auch Paula, Dimitris Schwester, ist dabei und spricht mit Dimitri. Ein erstes Lächeln huscht über Dimitris Gesicht.

Was ist gerade aus partizipativer Sicht geschehen: Dadurch, dass sich Robert, Paula und Judith auf Kinderhöhe begeben haben, wird die ganze Situation auf die untere Raumebene verlagert. Dimitri ist hier nicht abhängig von den Erwachsenen, sondern kann nun selber entscheiden, wann er bereit ist, sich zu lösen.

Nun wird erst einmal gesprochen und ein Kontakt hergestellt. Judith bietet Dimitiri Spielmaterial an, was ihm eine Wahlmöglichkeit gibt. Eine Aussicht, auf was er sich freuen kann. Robert unterstützt Judith dabei und lässt das angebotene Xylophon erklingen. Dimitris Interesse ist geweckt. Nun ist er bereit, sich von seinem Vater zu lösen. Er sitzt neben ihm und beginnt damit die Korken in eine Flasche zu füllen. Sein Blickkontakt ist nun Judith gegenüber offen, welche den Blick, sowie das Lächeln responsiv beantwortet. Dimitri hat nun mehrere Punkte schon mitgestaltet.

·      Blickkontakt und Lächeln annehmen und erwidern

·      Sich auf ein Spiel einlassen

·      Sich vom Vater lösen

Langsam wird es Zeit, dass sich Robert verabschiedet. Dimitri erhält diese Information. Auch das Ankündigen von Ereignissen ist ein wesentlicher Punkt in der partizipativen Arbeit. Dimitri reagiert erst nicht. Als er merkt, dass Paula und Robert aufstehen und ihm zum Abschied winken, beginnt Dimitri zu weinen. Judith ist für ihn da und nimmt ihn tröstend in den Arm. Sie benennt noch einmal, dass der Vater nun arbeiten geht und er in der Kita ist. Sie benennt seine Gefühle und zeigt ihm das zuvor begonnene Spiel. Dimitri entschliesst sich dazu, sich wieder diesem zu widmen.

Mitgestaltung von Alltagssituationen bedeutet nicht, alles bestimmen zu dürfen. Dimitri hat in dieser Situation keinen Einfluss darauf, ob der Vater zur Arbeit gehen muss oder nicht. Aber das «wie» kann er Mitbestimmen. Dazu gehört auch, dass er traurig sein darf, wenn Robert und Paula sich verabschieden. Das wiederkehrende Script des Ankommens in der Kita ermöglicht Dimitri im Laufe der Zeit immer mehr Mitgestaltung. Sich handlungsfähig zu fühlen und einer Situation nicht ausgeliefert zu sein, verhindert, dass Dimitri in keinen disregulierten emotionalen Zustand gerät. Dies wird deutlich, in dem er zwar Trauer über den Abschied äussert, doch innerhalb weniger Sekunden gleich wieder zurück in sein Spiel geht.

Vielleicht läuft er bald selbständig in die Kita oder winkt seinem Vater zum Abschied. Wir werden sehen, was Dimitri daraus macht.

Verfasserin: Marie-Christine

 

Spannendes vom Lichterkasten

Während der Sektorenübergreifenden Zeit bieten wir den Kindern verschiedene Angebote passend zum jeweiligen Bildungsraum an. Der Lichtkasten mit den farbigen Plexiglasklötzen fand grossen Anklang bei
allen Kindern und eignet sich gut für unser Thema “Kreativität”. Durch das helle Licht des Kastens leuchten die verschiedenen Farben besonders stark. Sie können so unterschiedlich wahrgenommen werden und die Kinder erleben visuelle Lichteffekte. Die einen Kinder begannen sogar die einzelnen Klötze nach den Farben passend zu benennen oder bauten auch Türme daraus.

Verfasserin: Nadin

Das Konzert

Wir bereiten uns auf ein Konzert vor. In der Gruppe üben wir verschiedene Instrumente und spielen Rhythmen. Lara übernimmt die Leitung der Band und gibt den Takt vor. Nachdem wir fleissig geprobt haben, bauen wir eine Bühne auf und arrangieren die Instrumente. Damit unsere Musik auch Gehör findet, gehen die Kinder in der Kita umher und laden Kinder und Mitarbeiter ein. Für unsere Gäste bauen wir eine Sitzecke ein. Claudia ist unser Sondergast und überschüttet die Kinder mit tosendem Applaus!

In der Band waren: Lara und Oscar von der Gruppe Orange und Teo, Nayra und Julie von der Gruppe Lila.

Verfasserin: Rebecca

 

Wir machen Feuer!

Schon mehrere Tage hintereinander machen Elior und Luna ein Feuer auf der Gruppe. Sie sammeln Holz (Bauklötze) und legen alle zusammen an einen Ort. Heute stellen sie alle Bauklötze senkrecht in einem Kreis neben einander auf. Schon bald wir der Platz eng zwischen den Bauklötzen. Der erste Bauklotz fällt um und dadurch gibt es eine Kettenreaktion und alle anderen fallen auch um. Luna und Elior lachen zusammen und beginnen von neuem das Feuer aufzustellen. Elior sagt zu Luna:»Das Feuer ist heiss!» und das Rollenspiel geht weiter.

Das “Rollenspiel” ist ein festes, von Kindern thematisch geleitetes Zusammenspiel von mindestens zwei Personen, die sich in fiktive Rollen begeben (haben). Meist sind es Darstellungen von Personen und Situationen, die Kinder erlebt haben oder in ihrer Vorstellung so erleben wollen. Im Rollenspiel erproben Kinder ihre eigenen Verhaltensweisen oder nutzen es zur Verarbeitung von erlebten Situationen aus ihrem Alltag. Je jünger die Kinder sind, desto einfacher sind diese Rollenspiele, und mit zunehmendem Alter werden sie immer differenzierter und umfassender, bis sie in einem so genannten “sozialen Rollenspiel” enden. Hierbei werden die Rollen exakt verteilt und spielerisch immer differenzierter ausgefüllt; die benutzten Requisiten ähneln immer stärker den Gegenständen ihrer Realität; und die Ansprüche an soziale, emotionale und kognitive Kompetenzen steigen mit der Zunahme an der Rollenspielkomplexität. Durch das Rollenspiel versuchen Kinder unbewusst, die von ihnen dargestellten Situationen besser zu verstehen, neu wahrzunehmen und differenzierter zu durchschauen, ihre Lebenssituation zu stabilisieren und durch die spielerische Darstellung ihre erlebten Gefühle auszudrücken. Sofern das Rollenspiel als Verarbeitungshilfe dienen soll, kann es ihnen helfen, einen neuen Abstand zur erlebten oder in der Zukunft anstehenden Situation zu gewinnen, auch um mögliche Handlungsalternativen zu finden und ausprobieren zu können.

Verfasserin: Claudia

Wenn Essen eine Leidenschaft ist

Verfasserin: Olivia

Ein sonnig warmer Waldtag im Januar

Heute ist es für einen Tag im Januar angenehm warm und wir freuen uns jetzt schon auf unseren Waldnachmittag. Heute zum ersten Mal neu mit dabei sind Lino, Ella und Marta. Lino meinte nach dem Waldnachmittag sogar, dass er gerne wieder mitkommen wolle. Lara, Smilla, Ada und Cléo sind schon öfter mitgekommen. Heute nehmen wir uns etwas länger Zeit für den Weg zum Waldplatz. Ada sucht mit Cléo spuren am Boden. Die anderen Kinder verweilen sich damit, Stecken zu sammeln oder Kieselsteine aufzulesen. Am Waldplatz angekommen wollen die Kinder zuerst Trinken und Essen, sie haben alle hunger. Nach der Stärkung spielen wir noch eine Weile im Wald, bevor wir uns dann wieder auf den  Rückweg begeben.

Verfasserin: Martina