Online-Tagebuch

Das Konzert

Ich habe Caterina im Alltag beobachtet. Bei der darauffolgenden Auswertungssitzung zur beobachteten Situation hat sich bei Catarina das Interesse am Gitarre spielen, singen und tanzen herauskristallisiert. Um ihrem Interesse mehr Raum zu geben und das Thema Musik durch unterschiedliche Instrumente und verschiedene Musikrichtungen zu begleiten, haben wir ein Konzert im Gang und später zwei Konzerte im Bildungsraum Musik veranstaltet.

Maria Montessori sagte einmal: »Das Kind muss nicht gebildet werden, es bildet sich selbst.« Kinder können oft mehr, als wir ihnen zutrauen. Der kindliche Selbstbildungsprozess ist ein Weg der Bewegung. Nicht stehen bleiben, ausprobieren, Umwege machen, Freiräume entdecken, mit anderen gemeinsam in Bewegung sein.

Und genau so war es bei unserem Konzert. Wir hatten Sänger/-innen, Trommler/-innen, Discjockeys, Tänzer/-innen, Zuschauer/-innen und vieles mehr. Ganz viele Talente wurden sichtbar.

Verfasserin: Claudia

 

„So tun als ob“

Gegen Ende des zweiten Lebensjahres wird für das Kind das Resultat seiner Handlung von Bedeutung. Es bemerkt, dass es etwas bewirken kann (z.B., dass beim Malen Striche entstehen). Nun steht nicht mehr das Tun selbst im Vordergrund, sondern die Veränderbarkeit der Umwelt. In diesem Alter zeigen sich im kindlichen Spiel auch bereits erste symbolische Handlungen („so tun als ob“). Das Kind gibt z.B. seiner Puppe zu trinken. Es tut so, als ob die Puppe lebendig wäre und trinken könnte.

Theodor (2J 2M) ist im Bildungsraum Soziale Bezüge. Bereits nach kurzer Zeit kommt er mit einer Puppe und einer Windel zu mir. Theodor zieht der Puppe mit etwas Hilfe die Windel an. Danach holte er einen Pulli und zieht ihn ebenfalls der Puppe über.

Nachdem er die Puppe angezogen hat, sagt er zu mir (Olivia): «Sie muess Bisle». Er holt aus einem Regal mehrere Töpfchen und stellt alle in einer Reihe auf den Boden. Dann zieht er die Puppe wieder aus und setzt sie auf eines der Töpfchen.

Verfasserin: Olivia

Orientalischer Zvierigenuss

Wir bereiten für die ganze Kita einen selbstgemachten Hummus zu, den wir anschliessend zum Zvieri genieessen können. Dazu servieren wir Brot vom Jakobsbeck.

 

Für den Hummus benötigen wir:

·  500 g Kichererbsen aus dem Glas (Abtropfgewicht)

·  200 g Tahina

·  gutes Olivenöl (nach Bedarf)

·  Saft von 1/2 Zitrone und 1/2 Limette

·  2 Knoblauchzehen

·  1-2 g Kreuzkümmel

·  Pfeffer, Salz

·  Petersilie

 

Zubereitung

1. Die Kichererbsen abtropfen lassen, dabei das Wasser auffangen und beiseite stellen.

2. Kichererbsen, Tahina und Knoblauch in eine Schüssel geben und pürieren. Dabei abwechselnd Olivenöl und Kichererbsen-Wasser hinzugeben, bis eine sämige Masse entsteht.

3. Zum Schluss den Zitronen- und Limettensaft dazu geben und mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken.

4. Den Hummus danach mindestens eine, besser zwei bis drei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

 

Verfasserin: Martina

 

Lernen durch Nachahmung

Kinder lieben es, die täglichen Aktivitäten von uns Erwachsenen zu imitieren und den Alltag nachzuspielen. Doch neben dem Spaß, den sie dabeihaben, lernen Sie gleichzeitig sich selbst und ihre Umgebung besser kennen und können sich ein immer besseres Bild der Realität machen.

Mit dem zweiten Lebensjahr beginnen Kinder alltägliche Situationen nachzuahmen. Sie lieben es, Dinge, die Erwachsene tun, zu imitieren und stellen in Spielen die Erwachsenenwelt nach.

Amélie hat mich am Morgen dabei beobachtet, wie ich die Infos in unseren Rapportordner eingetragen habe. Als ich ihn dann beiseite legte nahm sie sich den Ordner, setze sich auf die Matratze und „schrieb“ ebenfalls einige Sachen auf.

Verfasserin: Olivia

Mir mached Zvieri!

Heute hat die Gruppe Blau für die ganze Kita den Zvieri zubereitet. Schon am Morgen haben wir alle Zutaten selber gekauft. Die Kinder durften den Einkaufskorb tragen und die Lebensmittel in den Korb legen. Natürlich waren auch schon die jüngeren Kinder fleissig am mithelfen. Als alle Zutaten im Korb waren, durften die Kinder an der Kasse bezahlen. In der Kita zurück, haben wir dann gemeinsam den Teig zubereitet. Vor allem Moritz war fleissig am Teig mischen. Nach dem Mittagsschlaf konnten wir dann den Teig mit Weinbeeren verfeinern und ihn schliesslich backen. Mhhhm, war das ein feiner Zvieri!

Verfasserin: Ladina

Auf dem Weg nach oben

Ab August heissen wir viele neue Kinder auf unserer Gruppe willkommen. Zuerst gilt es die neuen Räume sowie die verschiedenen Materialien zu erkunden. Ein Beziehungsaufbau zu neuen Bezugspersonen beginnt und
Kontakte zu den anderen Kinden werden geknüpft. Bastian erweitert seine Kompetenzen in der Grobmotorik und besteigt unser Podest, was ihm sichtlich Freude bereitet. Wie hoch sind die einzelnen Stufen? Wo und wie kann man sich am besten festhalten? Wie fühlen sich die Tastplatten barfuss an. Durch das Geländer lässt sich auch super das Gugus-Dada-Spiel spielen. Auf dem Weg nach oben entdeckt er immer wieder neue Sachen.
Es ergeben sich auch verschiedene Interaktionen mit Loïc, welcher auch gerade fleissig das Klettern und Laufen übt. Durch ihr gemeinsames Interesse am Podest, kommen sie so viel in Kontakt miteinander, können
sich näher kennenlernen und eine neue Freundschaft kann entstehen.

Verfasserin: Nadin

Ästhetische Bildung

Kinder lernen nicht in einzelnen Sequenzen oder in Teilaspekten, sondern ganzheitlich. Besonders in der sensumotorischen Stufe (nach Piaget) ist das sinnliche Lernen ein essenzieller Teil der frühkindlichen Entwicklung. Eher neu wird auch von der ästhetischen Bildung gesprochen. «Ästhetisch ist alles, was die Sinne anregt und Gefühle und Empfindungen hervorruft, welche rationale Verarbeitung und den daraus potentiellen Erkenntnisgewinn ermöglichen». Braun 2017, S. 79

Der Begriff Bildung suggeriert dabei die Eigenaktivität des Kindes. Also nicht bloss eine passive Aufnahme und Verarbeitung von Reizen, sondern die innere aktive Beteiligung in der Auseinandersetzung.

Giorgio macht gerade seine allerersten Erfahrungen mit Sand. Er liegt auf einem Badetuch, auf dem unebenen, flexiblen und weichen Untergrund. Dies lässt Giorgio einen Moment innehalten. Nur schon der neue Untergrund scheint etwas in ihm auszulösen. Nach einem weiteren Moment bemerkt Giorgio die Sandkörner. Wiederholt streicht er mit den Fingern durch das Material. Was für ein sinnliches Erlebnis! Ästhetische Bildung basiert auf der physischen Reizaufnahme über alle Wahrnehmungskanäle und stellt den emotionalen Aspekt des intensiv erlebten Momentes in den Hauptfokus. Anders ausgedrückt, geht es bei der ästhetischen Bildung nicht nur um das reine Wahrnehmen, sondern was als emotionaler Denkprozess im Kind selbst vorgeht.

Sehen wir doch Giorgio bei dieser Tätigkeit in sein Gesicht. Wie war doch Pestalozzis Ausdruck «über die Hand, durchs Herz zum Kopf», was (Braun 2011) in dieser Fotoreihe zum Ausdruck kommt. Giorgio zeigt im ersten Moment einen eher überraschten Ausdruck im Gesicht. Das ungewohnte Material scheint seine Neugierde geweckt zu haben. Vielleicht empfindet er auch Skepsis. Um vom hypothetischen denken/ interpretieren der Gefühlslage weg zu kommen wage ich aber die pauschale Aussage, dass das neue Material Sand sichtlich Emotionen in Giorgio ausgelöst hat. Dies ermutigt ihn, sich weiter damit auseinander zu setzten. Denn ist die Neugierde erst einmal geweckt, sind wir in einem ästhetischen Prozess bereit uns weiter und staunend mit dem Material zu befassen. Es entsteht eine genüssliche Auseinandersetzung oder gar Flow mit dem Neuem.

Verfasserin: Marie-Christine

Illuminated Art Zürich

Wir waren gestern mit den Kindern in der neuen Ausstellung der Maag Halle Zürich. Sie konnten einen Teil der Ferdinand Holder & Paul Klee Kunst erleben. Kunstwerke wurden auf eine völlig andere Art dargestellt. Es gab Animation: Augen in Portraits, welche sich bewegten, ganze Gemälde die wuchsen, wie Gebirge, welliges Wasser und auch beispielsweise ein Blütenmeer, welches uns umhüllte. Zudem tauchten die Bilder auf unterschiedlichste Art und Weise auf. Das ganze wurde mit klassischer Musik untermalt. Die Kinder beobachteten fasziniert, was passiert, fragten nach, lachten zum Beispiel über beinahe nackt gemalte Menschen, kommentierten und fieberten teilweise auch mit der Musik mit. Es war Kunst emotional erlebt.

Verfasserin: Karin

Wie entsteht ein pädagogisches Angebot?

Die Kinder erzählten mir von ihren Reiterlebnissen am Wochenende. Das brachte mich auf die Idee ein Angebot für die Kinder zu gestalten, welches ihnen noch mehr Informationen und eine Vertiefung zum Thema Reiten vermittelt.

Ich habe zwei Zäume, verschiedene Trensen, Bürsten, Hufauskratzer, Halfter, Gamaschen, ein Ohrengarn und eine Stablampe mitgebracht. Das sind alles Materialein die zum Reiten gebraucht werden.

Damit die Kinder selbständig herausfinden, wofür die Materialen eingesetzt werden, liegt ein Fachbuch über die klassische Dressurreitkunst zum Nachschlagen bereit.

Schnell stellte sich heraus, dass wir zwei Expertinnen zum Thema Reiten unter uns haben. Ona und Elif wussten sehr genau, wo beim Pferd die verschiedenen Materialien gebraucht werden. «Wo kommt das hin?» fragt ein Kind. «An die Beine der Pferde» sagt Ona. Alle Fragen wurden von Ona und Elif beantwortet.

Das Fachbuch brauchten wir deshalb nicht. Die Kinder konnten gleichzeitig ihre Fantasie ausleben und die Materialien bei sich ausprobieren. Die Trensen wurden bei Olivia als Armreifen eingesetzt oder Oskar probierte die Bürste auf seinen Haaren aus.

Kinder zeigen Begeisterung, wenn sie lernen. Sie müssen sich aber auch für etwas begeistern, um zu lernen. Nur Lernen, das Freude macht, bleibt bei Kindern nachhaltig hängen. Frühkindliche Lernvorgänge werden von Gefühlen begleitet: Kinder nehmen beeindruckende Anstrengungen auf sich, weil ihre Neugier sie motiviert. Bei Erfolg ist ihr Lernen von echten Glücksgefühlen (Flow-Erleben) begleitet. Kinder messen dabei Erfolge an ihrer Freude am Tun und an dessen Wirkung. Wenn ein Kind etwas Neues entdeckt und mit vollem Engagement und Eifer ausprobiert hat, erlebt es sich selbst als aktiv und wirksam.
Der natürliche Lerntrieb der Kinder stärkt somit ihre Persönlichkeit. Kinder, die erfolgreich und lustbetont lernen, erleben sich selbst als starke und selbstsichere Lernende. Sie gehen freudig und aufgeschlossen neuen Bildungs- und Lernmöglichkeiten entgegen.

Verfasserin: Claudia

 

Abschied

Auch in diesem Sommer verabschieden sich viele Kinder, weil sie in den Kindergarten kommen. An ihrem letzten Tag bei uns dürfen sie, wenn möglich, ein spezielles Angebot aussuchen. Lotta hatte Mitte August Abschied und sie wünschte sich noch, mit Ona zusammen mit den Magneten zu experimentieren. Lotta hat auch Ballone mitgebracht, die wir vor dem Mittagessen aufblasen und hin und her schubsen. Viel Spass im Kindergarten!

Verfasserin: Isabelle