Online-Tagebuch

Wir können stehen!

Wir haben im Moment einige Kinder welche in ihrer Bewegungsentwicklung auf dem fast gleichen Stand sind. Beda (14 Monate), Shane (14 Monate), Alma (12 Monate) und Moritz (12 Monate) haben alle angefangen sich aufzuziehen und aufzustehen. Dies üben sie wann und wo immer sie können, sei dies bei der Trinkbar, am Tisch oder bei der Spielküche. Entweder sie ziehen sich vom Sitzen direkt hoch oder gehen zuerst auf die Knie und winkeln das eine, dann das andere Bein an. Zu Beginn ruht nur wenig Gewicht auf den Füssen, das Meiste tragen sie mit den Händen und dem Bauch. Dabei halten sie sich mit den Händen in einer vertikalen Position und drücken ihren unteren Rücken nach vorne. Deswegen ist es den Kindern am Anfang auch fast nicht möglich wieder alleine zurück auf den Boden zu kommen. Ihre Knie sind noch sehr steif und werden erst durch üben elastischer, wie auch ihr Rumpf welcher durch die gleichen Abläufe immer beweglicher wird. Mit der Zeit lernen die Kinder sich einzuschätzen, fühlen sich sicher und trauen sich immer mehr zu. Die Kinder üben das Stehen monatelang bevor sie dann aufstehen können ohne sich dabei festzuhalten. Normalerweise dauert es zwischen vier bis sechs Monate vom Aufstehen zum freien Gehen. Diese Zeit brauchen sie, um ihr Körpergewicht auf die Füsse zu verlagern ohne sich zu stabilisieren.

Verfasserin: Steffi

Musikalische Interaktion

Musik spricht an, ohne Sprache zu sein. Die Musik und die Sprache sind Ausdrucksformen die auf Rhythmus, Klangfarbe und Tonhöhe basieren. In der intuitiven Didaktik mit Säuglingen und Kleinkindern ist bei den Erwachsenen oft eine melodiöse Stimmgebung zu erkennen. Diese Betonung der Sprachmelodie hilft dem Kind bei der Hör-Wahrnehmung der Sprache und im Gesprochenen einzelne Worte besser heraus zu hören. Klang und Melodie sind dabei Symbolträger. Sie können für Stimmungen und Emotionen stehen. In Verknüpfung mit Liedern ermöglicht es die Musik, neue Themenbereiche zu erforschen (Themenlieder), Textverständnis zu erlernen (Geschichtenlieder) und Gefühle auszudrücken (Emotionslieder).

Lara setzt sich seit langer Zeit mit ihren Emotionen auseinander. Sie beschäftigt sich mit Nähe und Distanz, mit Wut und Freude. Dabei sucht sie im Alltag unzählige soziale Situationen um das Thema zu bearbeiten.

Aus diesem Grund haben wir das wilde Sprechlied der Löwenjagd eingeführt. Begeistert macht Lara mit. Sie rhythmisiert mit den Händen und mit der Zeit kann sie einzelne Worte aus dem Vers nachsprechen. Weitaus beeindruckter reagiert Lara allerdings auf die emotionalen Komponenten des Sprechliedes. Sie lacht fröhlich, als die Jagd nach dem Löwen beginnt, zeigt spielerisch Angst wenn wir im Lied von anderen Tieren flüchten und Spannung, als wir endlich die Löwenhöhle betreten um dort voller Furcht weg zu rennen. Die Gruppenstimmung ist wild und alle rufen laut „Hilfe“ und rennen imaginär davon, um am Schluss der Liedergeschichte sich wieder im realen Kreis zurück zu finden und zur Ruhe zu kommen.

Das emotionale Sprechlied knüpft an Lara’s Interesse an Emotionen an. Dazu kommt, dass das gemeinsame Singen in den täglichen Singkreisen ebenfalls im sozialen Kontext statt findet. Musikkreise sind Interaktionskreise. Somit stehen nebst dem Singen und der geteilten Freude an der Musik, insbesondere die Austauschprozesse zwischen Erwachsenen und Kindern im Fokus. Singkreis bedeutet nicht ein trockenes vor sich her singen, sondern die sprachlichen Begriffe des Liedtextes werden mit Musik, Ausdruck und Stimmgebung emotional aufgeladen. Singen im Sinne von Sprachförderung und dem vermitteln von Musik als Kulturgut muss in erster Linie als Kommunikation betrachtet werden, in dem gemeinsam gehandelt wird und emotionale Inhalte ausgetauscht werden.

Verfasserin: Marie-Christine

Zu Gast in Benjamins Restaurant

Bei einer Beobachtung von Benjamin wurde sein momentanes Interesse „andere Kinder zu bewirten“ festgestellt. Daraus ist in einer gemeinsamen Auswertungssitzung das erweiterte Angebot für Benjamin und die anderen Kinder entstanden.

Das neue Angebot ist ein „Restaurant„ im Bildungsraum „Soziale Bezüge“ zu eröffnen und alle Kinder dazu einzuladen. Benjamin schlüpft sofort in die Rolle der Servicekraft und verteilt die Speisekarte, Geschirr und Essen an die Gäste.

Benjamin kann seinem Interesse nachgehen und wird mit dem neuen Angebot herausgefordert in dem mehrere Kinder anwesend sind und nicht nur seine „Freunde“. Die anderen Kinder profitieren vom Angebot in dem sie die Rolle des Gastes oder der Servicekraft übernehmen können.

Durch das Angebot wird die Sozialkompetenz und das Wir-Gefühl der Kinder gestärkt.

Verfasserin: Claudia

In Bewegung

Heute braucht die Gruppe Lila den Bewegungsraum als Möglichkeit sich zu bewegen und entwickeln. Wir springen, rennen, klettern und entspannen uns am Schluss gemeinsam. Wir lernen unsere Körper kennen, überwinden Ängste und lassen uns einfach mal fallen. Mit den verschiedenen Elementen, die uns der Bewegungsraum bietet, probieren wir spielerisch Neues aus. Heute dabei waren Rohan, Ava, Marlon, Anna, Florentine, Julia, Phina, Nayra, Mailin, Felix, Aris, Soleil, Arlinda und Rebecca.

Verfasserin: Rebecca

 

Partizipation im Alltag

Das Interesse an alltäglichen Abläufen in der Kita interessiert die Kinder schon von klein auf. Das erste Anzeichen dafür ist das Beobachten der älteren Kinder oder der Betreuer. Danach folgt die Nachahmung. Wir möchten die Kinder stets in unseren Alltag integrieren und ihnen die Möglichkeit bieten, sich im Alltag einzubringen. Das Putzen mit verschiedenen Materialien ist ein wichtiger Bestandteil davon, da die Kinder dies auf der Gruppe oft beobachten können. Wir vermitteln den Kindern ein gutes Gefühl und
fördern somit auch die Integration und die Selbstwirksamkeit der Kinder in der Gruppe.

Hier sehen wir Romy und Lino, welche sich schon früh für das Putzen begeistern konnten. Auch das Ausprobieren und erkunden der verschiedenen Materialien scheint interessant zu sein. Mit verschiedenen Materialien möchten wir ihnen sowie auch allen anderen Kindern die Möglickeit bieten, ihre Bedürfnisse und Interessen aufzugreifen und diese durch Partizipation in den Alltag einfliessen zu lassen.

Verfasserin: Alina

Gruppe Rot im Bewegungsraum

Das Thema Bewegung ist momentan auf der Gruppe Rot sehr aktuell. Schon Tage zuvor haben sich die Kinder gewünscht, wieder einmal den Bewegungsraum zu besuchen. So auch heute. Wir haben uns dann entschlossen, mit der Gruppe in den Bewegungsraum zu gehen. Die Freude war gross, als die Kinder das grosse „Fallschirmtuch“, das eher wie ein grosses Trampolin aussieht und an der Decke hängt, sahen. Alle wollten es ausprobieren. Wenn man darin liegt oder sitzt kann man sich schön schaukeln lassen. Natürlich war auch unser „Böllelibad“ ein grosser Hit. Als die Kinder nach dem Zvieri wieder auf der Stammgruppe waren, merkten wir, wie ausgepowert sie waren. Sie malten etwas oder  schauten sich ein Buch an. Wir freuen uns immer, wenn wir auf die Interessen der Kinder eingehen können.

Verfasserin: Isabelle

Aus der Kreativ-Werkstatt

Es ist erstaunlich, was diese einfache Folientechnik mit Farben bewirken kann. Das Interesse der Kinder weckte es sogleich und sie fuhren mit ihren Fingern über die Folie und verstrichen so die Farben darunter. So ergeben sich auch schöne Farbverläufe sowie kreative Muster auf dem Papier. Die Kinder brachten auch ihre eigene Idee in den Prozess mit ein, was ich sehr spannend fand. Sie fingen nämlich an mit Kugeln über die Folie hin und her zu fahren. So hinterliessen sie eine Spur in der Farbe, welche sich von der Kugel bildete. Alle Kinder probierten auch diese Technik aus und waren interessiert und fokussiert bei diesem Experiment dabei.

Verfasserin: Nadin

 

Sinnesparcours

Über eine Beobachtungsauswertung eines Kindes im vorderen Bereich der Kleinkindergarten Gruppen entstand die Idee eine Angebot zu kreieren, welches die Sensumotorik anspricht und den Kindern über verschiedene Materialien Sinneseindrücke vermittelt. Dabei verwendete ich ausschliesslich Naturmaterialien. Der Sinnesparcours bestand aus Erde, Zwiebelschalen, Steinen und einer Korkunterlage.

Mit gespannter Neugier und regem Interesse forschten die Kinder mit ihren nackten Füssen den Eindrücken nach, welche die Naturmaterialen hinterliessen. Es kamen Ausrufe wie „das piekst“,“ es ist warm“ oder „es kitzelt“. Eines der Kinder entdeckte die gefüllten Sandsäcke und baute diese in sein Forschen und Spielen mit ein. Nicht nur über ihre Füsse spürten die Kinder nach, auch die Hände, der Mund und die Hautfläche kamen zum Einsatz, indem sie Eiskugeln nachfühlten.

Verfasserin: Nadina

Die Eisenbahnbrücke-Der Weg ist das Ziel

Teo beginnt auf einer Holzkiste mit dem Bau seiner Brio-Bahn. Da der Platz stark begrenzt ist, kann er schon bald nicht mehr weiterbauen. Er fragt mich, ob ich ihm beim Weiterbauen helfen kann und ich frage ihn, ob er denn eine Brücke rüber auf das Sideboard bauen möchte. Durch Nachfragen, was wir denn machen könnten, damit die Brücke hält, kommt Teo auf die Idee, eine Stütze aus Holzklötzen zu bauen. Statt Teo fertige Lösungen vorzugeben, fordere ich seine eigene Problemlösungsfähigkeit mit Fragen heraus, so dass er letztendlich selber Möglichkeiten findet, die es ihm ermöglichen seine Brücke fertigzustellen.

Verfasser: Ronald

Gemeinsam schaffen wir es!

Olivia und Zoé konstruieren gemeinsam einen hohen Turm. Olivias Ziel ist, dass der Turm so gross wie sie ist. Zwischendurch überprüft sie die Höhe des Turms und baut motiviert weiter, als er noch nicht die gewünschte Höhe erreicht hat. Zoé versucht die einzelnen Elemente ineinander zu stecken. Es klappt nicht so richtig, die einzelnen Elemente wollen nicht aufeinander halten. Zoé hat eine andere Idee wie sie Olivia unterstützen kann. Sie bringt Olivia die einzelnen Elemente und Olivia steckt sie zusammen. Olivia hat herausgefunden, dass nach dem grünen Element ein Violettes oder Blaues folgt und danach wieder ein Grünes. So halten sie aufeinander. Oh, jetzt schwankt der Turm, sofort richtet Olivia ihn wieder. Bald ist es geschafft und der Turm hat die erwünschte Höhe erreicht. Zoé und Olivia befestigen noch die Zahnräder an den Seiten. Beide strahlen als das Werk vollbracht ist.

Oft verstehen sich zwei Kinder ohne Worte, sie können an den Gestiken und der Mimik ablesen, was das Gegenüber möchte. Bei Zoé und Olivia war es genau so, ohne Worte dafür mit viel Spürsinn haben sie Hand in Hand als Team „gearbeitet“.

Verfasserin: Claudia