Online-Tagebuch

Die Umgebung rund um die KiTa Regenbogen

In der Umgebung der Kita Regenbogen gibt es viele verschiedenen Orte, welche es zu entdecken gibt. Wir haben uns für den Ruinenspielplatz entschieden. Dort gibt es auch an heissen Tagen wie jetzt genügend Schatten. Die Rutschbahn wird sofort in Beschlag genommen, sowie auch die verschiedenen Schaukelmöglichkeiten. Rund um die Ruinen, gibt es auch viele Versteckmöglichkeiten und viel zu entdecken. Im Brunnen können wir uns dann abkühlen. So geniesst Gruppe Türkis den warmen Sommermorgen.

Verfasserin: Alina

Die Windel

Jannis sitzt auf dem Boden und vor ihm liegt eine Puppe. Er nimmt die Puppe und sagt zu mir: „abzieh“. Ich versuche der Puppe die Kleider zu entfernen. Leider gelingt es mir nicht und ich gebe Jannis die Puppe zurück. Jannis stört das nicht, denn er kommt doch zu seinem Ziel, die Windel der Puppe anzuziehen. Er öffnet die Windel und danach die Klebverschlüsse an beiden Seiten. Jetzt legt er die Puppe auf die Windel und verschliesst die Klebverschlüsse auf beiden Seiten. Die Windel sitzt perfekt auf dem Intimbereich der Puppe. Jannis schaut mich „stolz“ an. Nach kurzer Zeit sagt Jannis: „Gagi“ und öffnet die Windel der Puppe und zieht die Windel ab. Als er die Windel in den Händen hält, faltet er sie zu einem „Päckli“ zusammen. Die Windel ist jetzt parat für den Abfalleimer. Als ich Jannis beim Wickeln der Puppe beobachtete, sah ich, wie genau und Detailtreu Jannis den Ablauf des Wickelvorgangs nachspielte.

Verfasserin: Claudia

Initiative «nomau» Kinder brauchen kreative Erwachsene, Initiiert von Karin Kraus (HKB Hochschule der Künste Bern) und Jessica Schnelle (Migros-Kulturprozent)

Die Initiative «nomau» basiert auf dem Orientierungsrahmen, der Fokuspublikation «Ästhetische Bildung und kulturelle Teilhabe – von Anfang an!» und will die Handlungsempfehlung an der Praxis erproben.

Im Zentrum der Initiative steht die Förderung von Bildungschancen kleiner Kinder von 0-4 Jahren. Bei der Pilotphase macht auch die Kita Regenbogen mit der Gruppe Blau mit, weiterer Projekte laufen schweizweit. Inhalt des Projekts in der Kita Regenbogen:

Säuglinge und Kleinkinder der Gruppe Blau, alle unter 2 Jahren, erleben ästhetische Bildung und kulturelle Teilhabe im Kontext von zeitgenössischer Kunst im Migros Museum für Gegenwartskunst.

Besucht wird als erstes die Ausstellung der peruanischen Künstlerin Teresa Burga (*1935). In der großen Retrospektive werden Skulpturen aus variablen Elementen und mit einer bunten, spielerischen Bildsprache gezeigt. Des Weiteren hat Burga Zeichnungen von Kindern nachgezeichnet, die ebenfalls zu sehen sein werden. Ihr Werk erinnert an die Pop Art und umfasst neben Skulpturen und Zeichnungen auch Gemälde und räumliche Arbeiten.

Die Ausstellung eignet sich vom Visuellen her sehr gut für Säuglinge und Kleinkinder. Viele der starkbunten Werke sind Bodenskulpturen, welche die Kinder auf Augenhöhe besonders gut betrachten können.

Im Juni und Juli fanden fünf Besuche statt, drei an Donnerstagmorgen während das Museum für andere Besucher geschlossen war und zwei an Freitagnachmittagen während der regulären Öffnungszeiten. Die Besuche fanden nur in einem eins zu zwei Schlüssel mit engen Bezugspersonen statt, dies um eine sichere Basis für die Kinder zu garantieren. Zusätzlich wurden wir von Cynthia, der Kunstbeauftragten des Museums begleitet. Sie hat uns zuvor auf der Gruppe besucht, uns dann jeweils beim Eingang des Museums auf der Treppe erwartet und während den Besuchen die Fotos gemacht. Mit der Zeit wurde auch sie für die Kinder zu einem bekannten Gesicht das ins Museum gehört.

Um eine Vertiefung zu ermöglichen sind wir, wenn möglich immer mit den gleichen Kindern gegangen. Dies gelang bei Milo (*5.12.2016) und Marta (*22.3.2017) alle fünf Male, wobei Marta einen Besuch verschlafen hat. Beda (*18.8.2017) war vier Mal und Elin (*5.12.2016) drei Mal dabei. Allen Beteiligten ist aufgefallen, wie sehr diese Wiederholung von Nutzen war. Bei jedem Besuch waren die Kinder entspannter, haben sich freier bewegt, sich wohler gefühlt und konnten sich besser mit ihrer Umgebung auseinandersetzen. Milo fühlte sich ab dem dritten Besuch bereist wie zu Hause und ist fröhlich im Museum herumgesprungen.

Als wir jeweils beim Museum angekommen waren, stand uns die erste Herausforderung bevor, denn es galt die Treppen vor dem Museum zu überwinden. Das beutete für die Kinder im Kinderwagen, einen Gratisflug die Treppen hinauf und für die beiden andern Treppensteigen.

Zu Beginn sind wir immer an die gleiche Stelle in der Ausstellung mit unseren Kinderwagen gefahren. Dort haben wir die Kinderwagen stehen gelassen Quasi als Hauptquartier. Dann den Kindern nochmals gesagt wo wir sind und ihnen etwas zu trinken angeboten. So haben wir ein Ritual, einen immer gleich bleibenden Einstig geschaffen. Dies gibt Sicherheit, Halt und Orientierung.

Während den Besuchen haben wir sehr aufmerksam und feinfühlig ihr Befinden wahrgenommen. Das heißt wenn ein Kind müde war durfte es selbstverständlich in den Kinderwagen um einen Pause zu machen oder zu schlafen. Milo habe ich einmal auch durch die Ausstellung getragen weil er die Nähe brauchte, Beda wurde so lange von uns getragen, bis er bereit war, selber auf dem Boden zu robben. Elin hat immer eine Hand gefunden zum halten, wenn sie diese brauchte und Marta haben wir frei loskrabbeln lassen weil sie das gleich zu Beginn so wollte. Wir haben sie individuell eng durch die Räume begleitet, sie selbständig erkunden lassen, benannt auf was ihr Blick fiel, inne gehalten, wenn sie das taten und Dinge kommentiert, wo nötig und angebracht. Es stand nie ein Produkt im Vordergrund, nur der Prozess. Entdeckendes lernen. Dabei waren nicht immer die Kunstwerke sondern zum Beispiel auch mal die Treppe, der Lift, die Notausgangslampe, die Schlüssel der Garderobe oder ein Fusel vom Boden sehr interessant. Wir sind immer ohne Vorgaben und ohne Erwartungsdruck an die Kinder heran getreten. Da sie die Kunstwerke nicht anfassen durften, haben wir von Anfang an jeweils passende Materialien zur Verfügung gestellt, mit denen sie sich vor den Kunstwerken beschäftigen und somit vertiefen konnten. Um individuell auf die Bedürfnisse einzelner Kinder einzugehen, haben wir für die Kinder die eigentlich noch krabbeln sich aber lieber überall hochziehen möchten, Stühle mitgenommen. Diese konnten sie dann durch das Museum stoßen. Da dies ein lautes Geräusch erzeugte, das in den großen Räumen des Museums widerhallte, begannen dann auch die anderen Kinder die Stühle mit viel Freude zu stoßen. Im Oberen Stock gab es ein Kunstwerk mir 400 Glühbirnen. Dieses hat alle Kinder am längsten interessiert. Die Glühbirnen in den Farben rot, gelb und blau wurden durch Lichtschranken und die Bewegungen der Besucher ein oder ausgeschaltet.

Beim verlassen der Ausstellung waren die Kinder jeweils zufrieden aber müde. Sie regulierten sich mit dem Nuggi, dem Stoffbändel der Sommermütze im Mund oder einem Nickerchen auf dem Weg in die Kita zurück. Die Besuche dauert zwischen 40 Minuten bis zu einer Stunde, wir haben die Dauer den Kindern und ihrem Befinden angepasst. Für die Kinder ist es eine Bereicherung, sich an einem neuen Ort mit Inputs aus der Kunst aufzuhalten. Es macht sie offener, neugieriger und somit kreativer. Es fördert ihre Resilienz und regt sie zum Denken an. Weitere Besuche zu einer anderen Ausstellung finden im Winter 2018 satt.

Verfasserin: Bea

Die Feuerwehr

Raphael ruft Noé zu: „Es brennt!“ Noé reagiert sofort und beginnt das Feuer zu löschen. Aus seinem Seil spritzt Wasser und das Feuer wird gelöscht.
Als das Feuer nicht mehr brennt, müssen sie noch die Umgebung absperren, damit alles sicher ist und niemand sich in der Gefahrenzone aufhält.
Gemeinsam befestigen sie die Absperrkette am Hochpodest. Team-Werk ist dabei nötig. Der Eingang unter das Hochpodest wird versperrt. Ganz konzentriert verknoten sie die Absperrkette. Danach gehen sie die Treppe auf das Podest hoch und schauen dort, ob alles in Ordnung ist oder es schon wieder brennt…

Deshalb ist das Rollenspiel wichtig für die Kinder:
• Im Rollenspiel setzt sich das Kind mit der Welt der Erwachsenen auseinander. Es spielt Alltagssituationen nach und entwickelt hierbei Verständnis für die Welt der Erwachsenen, ihre Aufgaben und Rollen im täglichen Leben und setzt sich spielerisch auch mit verschiedenen Berufen auseinander.

• Im Rollenspiel lernt das Kind, sich in andere hineinzufühlen. Es schlüpft in verschiedene Rollen, ist mal Vater oder Mutter, Feuerwehrmann, Kinderarzt oder Busfahrerin. Es nimmt verschiedene Sichtweisen ein und lernt, die Welt auch „mit anderen Augen“ zu sehen und sich in andere hineinzuversetzen.

• Im Rollenspiel wird Sozialverhalten geübt. In gemeinsamen Rollenspielen müssen sich Kinder untereinander absprechen und beispielsweise über die Rollenverteilung und den Verlauf der Handlung einigen. So lernen sie, sich in eine Gruppe einzufügen, tolerant zu sein, aber auch eigene Ideen und Vorstellungen einzubringen, durchzusetzen oder Kompromisse zu schließen. Dabei lernen Kinder auch voneinander, indem sie sich gegenseitig beobachten.

• Im Rollenspiel lernt und übt ein Kind, Regeln einzuhalten. Im Laufe des Spiels versteht das Kind, wozu Regeln da sind. Und es fällt ihm leichter, Dinge zu tun, die ihm sonst vielleicht schwer fallen, jetzt aber zu seiner Rolle gehören, beispielsweise zu teilen, zu schweigen, stillzuhalten oder Ausdauer zu zeigen.

• Das Rollenspiel hilft, Erlebnisse zu verarbeiten und Ängste abzubauen. Indem Kinder das, was sie erlebt haben, im Rollenspiel darstellen, können sie es leichter verarbeiten. Auch Ängste können auf diese Weise bearbeitet werden: So versucht beispielsweise manches Kind, seine Angst vor Hunden zu überwinden, indem es selbst immer wieder spielt, ein Hund zu sein.

• Im Rollenspiel üben Kinder ihre Sprach- und Ausdrucksfähigkeit. Sie lernen neue Wörter kennen und lernen, sich immer besser auszudrücken und andere zu verstehen.
In ihren Rollenspielen machen Kinder wichtige Erfahrungen und spielen sich sozusagen
„in die Welt der Erwachsenen hinein“.

Verfasserin: Claudia

 

Saskias Abschiedsausflug

Heute hat Saskia, die Praktikantin von Gruppe Grün, ihren letzten Arbeitstag. Sie wünscht sich, mit den Kindern auf den Ruinenspielplatz (den Klingenhof) zu gehen. Noch auf der Gruppe packen wir den Zvieri und ein bisschen Dekomaterial ein, dann geht es los mit dem Tram bis zur Station „Museum für Gestaltung“. Nach dem wir angekommen sind dürfen die Kinder zuerst alle Geräte ausprobieren. Dann gehts auch schon ans Zvieri, wo wir für Saskia „Zum Abschied viel Glück“ singen und ihr ein kleines Geschenk überreichen. Zur Feier des Tages hat unser Koch Martin zum Zvieri süsses Hefegebäck mit Apfelmus- Vanille Sose gemacht. Danke!

Verfasserin: Isabelle

Eiswürfelbild

Sommer, Sonne, Eis, mal anders – oder – Malen mit Eiswürfeln. Das ist mal was ganz anderes und die Kinder waren begeistert und interessiert beim experimentieren mit den farbigen Eiswürfeln. Aus den mit Lebensmittelfarbe gefärbten Eiswürfeln lassen sich künstlerische Effekte auf das Papier zaubern. Die Farben sind wunderbar aquarellig und zart. Nebenbei ist bei diesen heissen Temperaturen diese Kunst auch noch schön erfrischend, wie die Kinder feststellen durften.

Verfasserin: Nadin

Wir nehmen abschied von Anastasia

Um den Abschied von Anastasia (Lernende 3. Lehrjahr) zu geniessen, hat die Gruppe Grün heute Nachmittag den Zoo besucht. Wir haben die Zeit mit ihr sehr geschätzt und danken ihr für die vielen tollen Erlebnisse und die wunderbare Zeit zusammen!

Verfasserin: Nadin

Neues von den Übertritten

Wir sind im Juli ausgiebig damit beschäftig eine Beziehung zu den neuen Kindern aufzubauen. Auf die Gruppe Rot wechseln diesen Sommer von der Gruppe Grün Iannis, Konstantin, Jonathan, Cloé, Cléo, Henri, Mateo, Noel, Ada und Winston. Wir Spielen gemeinsam in den verschiedenen Bildungsräumen und gewöhnen die neuen Kinder so schritt für schritt an die neue Umgebung. Weil ich den Ernährungsbereich leite, kam es spontan auch schon dazu, dass wir Brötchen und Knäckebrot zusammen hergestellt haben. Auch die Apfelringmaschine kommt sehr gut an und hie und da drehen wir ein Apfel zu Apfelringen und kosten diese genüsslich.

Verfasserin: Martina

Unser pädagogisches Handlungskonzept

Denkt man über Kinderkrippen nach, so hat wohl jeder seine Vorstellung, wie die Arbeit mit dem Kind zusammen aussieht. Wir spielen, singen, essen und gehen mit den Kindern schlafen. Kurz wir begleiten sie durch den Alltag, machen Angebote um ihre Entwicklung zu fördern und neue Meilensteine zu schaffen.

Doch hinter der Arbeit steht eine ganze Institutionsorganisation. Die Kita Regenbogen sieht sich als lernende Organisation. Dies ist nebst der Arbeit mit den Kindern auch am umfassenden pädagogischen Handlungskonzept erkennbar. Diese einzelnen Teilkonzepte haben sich im Verlauf der letzten zehn Jahre differenziert und somit das Profil der Kita geschärft. Ein pädagogisches Handlungskonzept macht Aussagen über die Prinzipien des pädagogischen Sehens, Denkens und Handelns. Die einzelnen Teilkonzepte entstanden in unzähligen Teamsitzungen, in welchen diskutiert und reflektiert wurde. Das Mitwirken des Teams ist für die Umsetzung unabdingbar und eine wichtige Ressource. Das Konzept beinhaltet Aussagen über pädagogische Grundaussagen, konkrete Handlungsschritte, dem Bild vom Kind und das Verhältnis zwischen Erzieherin und Kind. Eine differenzierte und aktuelle Konzeption gibt dem Alltag mit den Kindern einen Rahmen, schützt vor Willkür und sichert die Qualität in der Arbeit.

Verfasserin: Marie-Christine

Die Welt dreht sich

Momentan dreht sich nicht nur die Erde, es drehen sich auch ganz intensiv die Kinder in der Kita Regenbogen. Es geht darum, sich im Kreis zu drehen. Um sich selber, ein Objekt oder ein anders Kind. Dahinter steckt das Schemata Rotation. Schemas haben ihren Ursprung in den biologischen Voraussetzungen. Die Kinder begegnen Schemas von Geburt an. Im Laufe ihrer Entwicklung und auf Grund von Umwelteinflüssen gewinnen solche Schemas zunehmend an Bedeutung. Die „Schemata-Theorie“ ist die Weiterführung Piagets Theorie zur kognitiven Entwicklung des Kindes. Laut Piaget konstruiert das Kind sein Weltverständnis (Wissen) in der selbsttätigen Auseinandersetzung mit seiner Umwelt (Handeln). Eines dieser insgesamt 41 Schematas ist die Rotation.

Karl dreht sich im Freienspiel oft um sich selber. Er bleibt dann stehen und blickt starr vor sich hin. Ab und an schwankt er in diesem Moment. Sobald der erste Schwindel vorbei ist geht es erneut los. Karl dreht sich weiter. Auch an Kreistänze mit anderen Kindern beteiligt sich Karl sehr gerne.

Schematas funktionieren auf verschiedenen Ebenen. Karl beschäftigt sich momentan besonders mit der sensomotorischen Ebene im Bezug zum Thema Rotation. Im Beispiel mit den Kreistänzen kommt dazu noch eine soziale Komponente. Das Thema Rotation im sensomotrischen Bereich wird im Bildungsraum Musik und Bewegung aufgegriffen. Wir gestalten eine Tanzveranstaltung zum Thema Drehtanz. Karl gibt sich begeistert ein.
Dabei erlebt er physikalische Grunderfahrungen wie Gleichgewicht, Schwerkraft, Flugkraft und Tempovariation. Im Bezug auf die körperliche Erfahrung erlebt Karl in diesem freudvollen Tanzszenario sich in Balance zu halten und als soziale emotionale Erfahrung, seine Grenzen einzuhalten, auf die Gesetzmässigkeiten zu vertrauen, aber auch sich zu konzentrieren.

Nebst dem Tanz-Event wird das Thema Rotation auch in der täglichen Arbeit aufgegriffen. So findet Karl nun im Alltag den Drehstuhl auf der Gruppe. Gemeinsam mit seinen Freunden dreht er andere oder sich selbst im Kreis und vertieft somit seine Erfahrungen in den oben erwähnten Bereichen im Bezug auf die Rotation und zu guter letzt im Bezug auf sein Wissen über die sich drehende Welt.

Verfasserin: Marie-Christine