27. September 2026
Immer wieder geben wir den Kindern die Möglichkeit für das riskante Spiel, das sogenannte risky play. Von Natur aus suchen die Kinder schon im Kita- Alter Herausforderungen und das Risiko. Wichtig dabei ist, dass wir als Fachpersonen den Entwicklungsstand des Kindes einschätzen können, die Sicherheit im Auge behalten und Rahmenbedingungen für ein solches Spiel geben. Das riskante Spiel ist in sechs Kategorien unterteilt:
1. Grosse Höhen
Klettern, Balancieren und Springen
2. Hohe Geschwindigkeit
Wildes Schaukeln, Gefälle, Rutschen, Seilbahnen
3. «Gefährliches» Werkzeug
Schnitzen, Schneiden, Hämmern, Sägen und Feilen mit echten
Werkzeugen
4. Die zwei Elemente
Feuer- und Wassererfahrungen
5. Raufen und Toben
Kämpfen, Raufen, Fangen und Verstecken
6. Verschwinden und Verstecken
Freies Erkunden und Versteckspiele
Das riskante Spiel leistet einen wichtigen Beitrag zur kindlichen Entwicklung:
– Motorische und Kognitive Entwicklung
Aufbau und Entwicklung der Koordination, Kraft und Beweglichkeit.
– Aufbau von Selbstvertrauen
Erfolge erleben. Schwierige Situationen aushalten und bewältigen.
– Entwicklung sozialer Kompetenzen
Interaktion mit andern. Regeln zusammen aushandeln. Konflikte
austragen und lösen.
– Angstbewältigung
Sich durch Wiederholung an schwierige Situationen annähern. Angst erleben, aushalten und bewältigen. Erfolge erleben.
Zwei Beispiele aus der Kita:
Grosse Höhen
Auf dem Sugushäuser Spielplatz wagt sich Lucas (42 Mt.) an den grössten Kletterturm. Die Grundvoraussetzungen, dass Kinder dort hoch klettern können, sind: Körpergrösse und Kraft. Lucas erfüllt beides und somit traue ich ihm zu, dass er das schafft. Die Griffe sind weit auseinander und Lucas muss sich strecken, um den nächsten Schritt machen zu können. Anfangs rutscht er noch bei den unteren Stufen ab, doch er versucht es weiter. Mit seiner Kraft zieht er sich immer weiter hoch, bis er es bis zur Plattform des Kletterturmes geschafft hat. Lucas ist unheimlich stolz auf sich selbst und ruft laut über den Spielplatz: «Ich haas gschaaaft!!!»
Lucas wiederholte noch einige Male das Hochklettern und wurde immer sicherer.
Sein Erfolgserlebnis stachelte auch andere Kinder an es zu probieren. Manche Kinder hatten jedoch noch nicht die körperlichen Voraussetzungen sich zwischen den Griffen zu halten.
Aber Aster beobachtete Lucas schon von Beginn an beim Klettern und übte fleissig bei den unteren Griffen. Nach etwa acht Versuchen gelang es auch ihm bis nach oben zu klettern. Auch Aster rief laut, dass er es geschafft hat und dabei lachte er stolz und glücklich über seinen Erfolg.
«Gefährliches» Werkzeug
Im Bildungsbereich Kreativität& Werken haben die Kinder der Kleinkindergarten- Gruppen die Möglichkeit Erfahrungen im Umgang mit richtigen Werkzeugen zu sammeln. Es stehen den Kindern verschiedene Sägen, Feilen und Zangen zur Verfügung, sowie Hämmer und Nägel. An unterschiedlichen Materialien können sie diese Werkzeuge ausprobieren (Bimsstein, Holz, Speckstein). Um die Sicherheit während des Werkens zu gewährleiste gibt es Regeln die es zu befolgen gibt:
– Max. vier Kinder an einem Angebot
– Die Kinder tragen immer Hausschuhe.
– Die Kinder tragen immer Schutzbrillen und Handschuhe.
Ben (46 Mt.) Aeneas (43 Mt.) und Aster (43 Mt.) nehmen am Angebot «Hämmern am Bimsstein teil. Ben wollte auch noch versuchen Nägel einzuschlagen. Aster nutzte das Hämmern um Emotionen loszulassen und schrie laut darauf los.
Verfasserin: Corina