Online-Tagebuch

Das Spiel mit dem Taschentuch

Ella entdeckt die Taschentuchbox und greift nach dem Tuch. Das Erforschen durch zupfen und oralem erkunden ist seit längerer Zeit spannend für Ella. Nun hat Ella jedoch gelernt sich aufzusetzen und neue Spielformen erschliessen sich. Nachdem das Taschentuch zerrissen ist, beginnt sie im Sitzen ihre Arme umher zu schwingen. Sie lacht dabei viel und wiederholt die Bewegungen.

Verfasserin: Alex

Spielen, Lernen, Schuften

Julian beobachtet die Erzieherinnen immer wieder bei Putzarbeiten. Seit einiger Zeit spielt er Putzarbeiten im Alltag nach. Von der Spielentwicklung aus betrachtet, spielt Julian das Repräsentative Spiel. So nutzt er den Staubwedel und versucht an die hohe Deckenlampe zu kommen, wie es vorher die Erzieherin getan hat oder putzt mit einem Lappen den Tisch. So auch heute. Julian sieht wie die Erwachsenen den Tisch putzen und gesellt sich dazu. Als Angebot erhält er ein Reinigungstuch und er sucht sich das Guckloch vom Turm aus. Diese kleine Scheibe reinigt er gewissenhaft. Weiter geht es mit dem Boden der Gruppe. Spontan wird eine Spiegelputzaktion durchgeführt. Julian bereitet dieses Spiel, welches so nah an der Alltagsrealität anknüpft, besonderen Spass. Er geniesst das tun und sagt immer wieder stolz: «Putze».

Julian erlebt sich in dieser alltäglichen Handlung selbstwirksam und knüpft an Themen an, welche in der Erwachsenenwelt wichtig sind. Was im Repräsentativen Spiel häufig vorkommt. Das genaue Beobachten und besonders der Aspekt des aktiven Probierens ermöglicht es Julian die gespielte Sequenz nachzuahmen und in einem späteren Entwicklungsschritt zur Spielform «so tun als ob» zu wechseln. In welcher nicht mehr nur einfach nachgeahmt wird, sondern ganze innere Bilder repräsentiert werden und später in ganze Szenarien/Rollenspiele ausgebaut werden.

Verfasserin: Marie-Christine

Entwicklung vom Zeichnen/Malen

Die meisten Kinder beginnen etwa im Alter von einem Jahr mit dem Zeichnen. Die ersten Kritzeleien entstehen aus zufälligen Bewegungen mit einem Stift auf einer Unterlage. Zunächst durchläuft jedes Kind eine ähnliche zeichnerische Entwicklung. Punkt für Punkt, Linie für Linie probieren es die kleinen Zeichner und beginnen bald einmal, das entstandene Bild mit der sichtbaren Wirklichkeit zu vergleichen.

 

Kritzeln

Mit ca. einem Jahr können Kinder einen Stift halten. Von einzelnen wahllosen Strichen, über dichte Strichlagen bis hin zu knäuelartigem Kreiskritzeln entstehen in der Kritzelphase auch Gebilde, die voneinander getrennt sind. Mit ca. zweieinhalb Jahren beginnen die Kinder, ihr Gekritzel zu kommentieren und zu benennen. Erste Darstellungsabsichten lassen sich erkennen.

 

Kopffüssler

Die ersten Gebilde, die etwas Erkennbares darstellen, sind die sogenannten „Kopffüssler“ (ca. ab zwei Jahren). Sie bestehen aus einem Kreis mit fühlerartigen Gebilden, die nach allen Richtungen abstehen. Später beschränkt sich die Anzahl der angehängten Glieder auf zwei bis vier und in den Kreis wird ein schematisches Gesicht eingefügt. Warum bei diesen frühen Menschendarstellungen meist der Rumpf fehlt, obwohl Kinder wissen, dass es einen Bauch gibt, ist umstritten. Gegen Ende der Kopffüsslerphase entwickeln sich dann langsam die Strichmännchen.

 

Marie beschäftigt sich seit ca. drei Wochen sehr intensiv mit Malen und Zeichnen. Sie hält den Stift bereits im Pinzettengriff und führt ihn sicher übers Papier. Wenn man Marie fragt, was sie gerade zeichnet/malt gibt sie differenziert Antwort und benennt was auf dem Papier was darstellen soll.

Verfasserin: Olivia

 

Spinnennetze, Hütten und Höhlen

Neu gibt es im Bildungsraum „Mechanik und Konstruktion“ Haken in jeder Ecke des Raumes. Die Kinder können hier auf verschiedenen Höhen Seile anbringen und so ihre kognitiven und feinmotorischen Fähigkeiten beim Knüpfen von Knoten erweitern. Es lassen sich wunderbare Spinnennetze erschaffen, welche den ganzen Raum durchspannen. Gar nicht so einfach hier den richtigen Weg hindurch zu finden. Auch Hütten und Höhlen geben den Kindern einen Rückzugsort für ihr Spiel und strahlen Geborgenheit aus.

Verfasser: Ronald

Das Konzert

Ich habe Caterina im Alltag beobachtet. Bei der darauffolgenden Auswertungssitzung zur beobachteten Situation hat sich bei Catarina das Interesse am Gitarre spielen, singen und tanzen herauskristallisiert. Um ihrem Interesse mehr Raum zu geben und das Thema Musik durch unterschiedliche Instrumente und verschiedene Musikrichtungen zu begleiten, haben wir ein Konzert im Gang und später zwei Konzerte im Bildungsraum Musik veranstaltet.

Maria Montessori sagte einmal: »Das Kind muss nicht gebildet werden, es bildet sich selbst.« Kinder können oft mehr, als wir ihnen zutrauen. Der kindliche Selbstbildungsprozess ist ein Weg der Bewegung. Nicht stehen bleiben, ausprobieren, Umwege machen, Freiräume entdecken, mit anderen gemeinsam in Bewegung sein.

Und genau so war es bei unserem Konzert. Wir hatten Sänger/-innen, Trommler/-innen, Discjockeys, Tänzer/-innen, Zuschauer/-innen und vieles mehr. Ganz viele Talente wurden sichtbar.

Verfasserin: Claudia

 

„So tun als ob“

Gegen Ende des zweiten Lebensjahres wird für das Kind das Resultat seiner Handlung von Bedeutung. Es bemerkt, dass es etwas bewirken kann (z.B., dass beim Malen Striche entstehen). Nun steht nicht mehr das Tun selbst im Vordergrund, sondern die Veränderbarkeit der Umwelt. In diesem Alter zeigen sich im kindlichen Spiel auch bereits erste symbolische Handlungen („so tun als ob“). Das Kind gibt z.B. seiner Puppe zu trinken. Es tut so, als ob die Puppe lebendig wäre und trinken könnte.

Theodor (2J 2M) ist im Bildungsraum Soziale Bezüge. Bereits nach kurzer Zeit kommt er mit einer Puppe und einer Windel zu mir. Theodor zieht der Puppe mit etwas Hilfe die Windel an. Danach holte er einen Pulli und zieht ihn ebenfalls der Puppe über.

Nachdem er die Puppe angezogen hat, sagt er zu mir (Olivia): «Sie muess Bisle». Er holt aus einem Regal mehrere Töpfchen und stellt alle in einer Reihe auf den Boden. Dann zieht er die Puppe wieder aus und setzt sie auf eines der Töpfchen.

Verfasserin: Olivia

Im Zirkus Chnopf auf der Josi

Heute gehen Gruppe Orange und Lila nach dem Zvieri zur Zirkusvorstellung auf der Josi. Wir schauen den Akrobaten, Clowns und Jongleuren bei ihren Kuststücken zu und da wir von etwas weiter hinten dem Spektakel folgen, haben die Kinder genug Platz, um auch ihre eigenen Kunststücke, wie Purzelbäume vorzuführen. Die Musik lädt zum Tanzen und Schunkeln ein. Vom ganzen Zusehen sind wir am Ende ziemlich müde.

Verfasser: Ronald

Orientalischer Zvierigenuss

Wir bereiten für die ganze Kita einen selbstgemachten Hummus zu, den wir anschliessend zum Zvieri genieessen können. Dazu servieren wir Brot vom Jakobsbeck.

 

Für den Hummus benötigen wir:

·  500 g Kichererbsen aus dem Glas (Abtropfgewicht)

·  200 g Tahina

·  gutes Olivenöl (nach Bedarf)

·  Saft von 1/2 Zitrone und 1/2 Limette

·  2 Knoblauchzehen

·  1-2 g Kreuzkümmel

·  Pfeffer, Salz

·  Petersilie

 

Zubereitung

1. Die Kichererbsen abtropfen lassen, dabei das Wasser auffangen und beiseite stellen.

2. Kichererbsen, Tahina und Knoblauch in eine Schüssel geben und pürieren. Dabei abwechselnd Olivenöl und Kichererbsen-Wasser hinzugeben, bis eine sämige Masse entsteht.

3. Zum Schluss den Zitronen- und Limettensaft dazu geben und mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken.

4. Den Hummus danach mindestens eine, besser zwei bis drei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

 

Verfasserin: Martina

 

Lernen durch Nachahmung

Kinder lieben es, die täglichen Aktivitäten von uns Erwachsenen zu imitieren und den Alltag nachzuspielen. Doch neben dem Spaß, den sie dabeihaben, lernen Sie gleichzeitig sich selbst und ihre Umgebung besser kennen und können sich ein immer besseres Bild der Realität machen.

Mit dem zweiten Lebensjahr beginnen Kinder alltägliche Situationen nachzuahmen. Sie lieben es, Dinge, die Erwachsene tun, zu imitieren und stellen in Spielen die Erwachsenenwelt nach.

Amélie hat mich am Morgen dabei beobachtet, wie ich die Infos in unseren Rapportordner eingetragen habe. Als ich ihn dann beiseite legte nahm sie sich den Ordner, setze sich auf die Matratze und „schrieb“ ebenfalls einige Sachen auf.

Verfasserin: Olivia

Mir mached Zvieri!

Heute hat die Gruppe Blau für die ganze Kita den Zvieri zubereitet. Schon am Morgen haben wir alle Zutaten selber gekauft. Die Kinder durften den Einkaufskorb tragen und die Lebensmittel in den Korb legen. Natürlich waren auch schon die jüngeren Kinder fleissig am mithelfen. Als alle Zutaten im Korb waren, durften die Kinder an der Kasse bezahlen. In der Kita zurück, haben wir dann gemeinsam den Teig zubereitet. Vor allem Moritz war fleissig am Teig mischen. Nach dem Mittagsschlaf konnten wir dann den Teig mit Weinbeeren verfeinern und ihn schliesslich backen. Mhhhm, war das ein feiner Zvieri!

Verfasserin: Ladina