Online-Tagebuch

Mir gönd in Zoo

Da grade Schulferien sind und viele Kinder in den Ferien sind, nutzen wir die Gelegenheit und gehen mit den Kindern der Gruppe Lila heute den ganzen Tag in den Zoo. Ausnahmsweise nehmen wir auch zwei Wagen mit, damit die Kinder sich ausruhen und allenfalls Mittagsschlaf halten können.

Zunächst besuchen wir das Aquarium und schauen uns die unterschiedlichen Meeresbewohner an, bevor es weiter zu den Terrarien geht. Dann ist auch schon Mittagszeit. An einem Picnic-Platz essen wir Früchtebrot, Rohkostgemüse und Bratwürste. Nach einem kleinen Zwischenstopp auf dem Spielplatz sehen wir uns zum Abschluss die Kamele, Tiger und Löwen an, bevor wir müde aber glücklich in die Kita zurückkehren.

Verfasser: Ronald

Wir können stehen!

Wir haben im Moment einige Kinder welche in ihrer Bewegungsentwicklung auf dem fast gleichen Stand sind. Beda (14 Monate), Shane (14 Monate), Alma (12 Monate) und Moritz (12 Monate) haben alle angefangen sich aufzuziehen und aufzustehen. Dies üben sie wann und wo immer sie können, sei dies bei der Trinkbar, am Tisch oder bei der Spielküche. Entweder sie ziehen sich vom Sitzen direkt hoch oder gehen zuerst auf die Knie und winkeln das eine, dann das andere Bein an. Zu Beginn ruht nur wenig Gewicht auf den Füssen, das Meiste tragen sie mit den Händen und dem Bauch. Dabei halten sie sich mit den Händen in einer vertikalen Position und drücken ihren unteren Rücken nach vorne. Deswegen ist es den Kindern am Anfang auch fast nicht möglich wieder alleine zurück auf den Boden zu kommen. Ihre Knie sind noch sehr steif und werden erst durch üben elastischer, wie auch ihr Rumpf welcher durch die gleichen Abläufe immer beweglicher wird. Mit der Zeit lernen die Kinder sich einzuschätzen, fühlen sich sicher und trauen sich immer mehr zu. Die Kinder üben das Stehen monatelang bevor sie dann aufstehen können ohne sich dabei festzuhalten. Normalerweise dauert es zwischen vier bis sechs Monate vom Aufstehen zum freien Gehen. Diese Zeit brauchen sie, um ihr Körpergewicht auf die Füsse zu verlagern ohne sich zu stabilisieren.

Verfasserin: Steffi

Stüpferlen, Wygotski und Handgeschicklichkeit

Aus eigenem Interesse wollte Maya (3 J.) mehrmals stüpferlen. Sie bat mich oft abends darum, wenn ihre Freunde schon nach Hause gegangen waren. (Intrinsisches Lernen)

Benjamin (3 J.) und Gabriel (fast 4 J.) und weitere Kinder kamen ebenfalls auf den Geschmack, da ich dies als herausforderndes Angebot im Kreis für alle Kinder zugänglich machte. (Den Kindern etwas zumuten, neue Herausforderungen bieten)

Gerade Benjamin und Gabriel waren erfreut, eine neue Herausforderung angehen zu dürfen. Sie beide beschäftigten sich lange damit und übten von sich aus ihre feinmotorischen Fähigkeiten und ihre Geduld bis sie sichtlich erschöpft waren. Dazu brauchte ich ihnen bloss zu zeigen, was sie mit dem Stüpferli machen könnten und was das Ziel davon wäre. Zudem lobte ich sie dafür, die Linie getroffen und nahe Löcher erstellt zu haben. Ich freute mich mit ihnen über ihre Fortschritte und ermunterte sie dazu, weiter zu machen, wenn sie es schon fast geschafft hatten, die Figur komplett auszustüpferlen.

 

Dazu passt die Theorie von Wygotski: Zone der nächsten Entwicklung

(vgl. https://www.kindergartenpaedagogik.de/19.html)

Bei der Beurteilung des kindlichen Entwicklungsstandes muss auch berücksichtigt werden, was ein Kleinkind mit mehr oder weniger Unterstützung durch Dritte kann. Es sollte gefragt werden: Wie weit ist die Zone der nächsten Entwicklung? Was kann das Kind mit Hilfestellung leisten? Durch welche Maßnahmen der Fachkräfte kann das Kind am besten in seiner Zone der nächsten Entwicklung gefördert werden?
Erzieherische und bildende Einwirkungen sind vor allem dann erfolgversprechend, wenn sie in die Zone der nächsten Entwicklung des Kindes fallen – liegen sie auf dem aktuellen Entwicklungsniveau, lernt es nichts dazu, liegen sie oberhalb der Zone der nächsten Entwicklung, ist das Kind überfordert und reagiert frustriert. Pädagogische Einwirkungen sollten also immer der kindlichen Entwicklung ein wenig voraus sein.
Das Lernen von Kleinkindern verläuft in folgenden vier Phasen: (a) Zunächst sollte das Kind Zeit haben, sich mit neuen Aufgaben oder Materialien vertraut zu machen. (b) Mit zuerst starker, dann abnehmender Unterstützung durch Fachkräfte oder andere kompetentere Personen lernt es, die neuen Aufgaben zu bewältigen und mit den Materialien zu arbeiten. (c) Nun geht das Kind weitgehend selbständig mit vergleichbaren Aufgaben und ähnlichen Materialien um; es übt durch Wiederholung. (d) Das Kind hat alle für diese Aktivitäten benötigten Kompetenzen erworben und ausdifferenziert. Es agiert eigenständig und selbstverantwortlich.
Die Fachkräfte müssen davon ausgehen, dass Kleinkinder zunächst eine neue Aufgabe nicht begreifen. Letztere versuchen, die Erzieher/innen und die Aufgabe zu verstehen, während erstere die Denkprozesse der Kinder zu verstehen suchen. Oft müssen die Fachkräfte die Aufgabe strukturieren (zerlegen), so dass die Kinder sie Schritt für Schritt bewältigen können. Ferner können die Erzieher/innen
o   ihnen zunächst die jeweilige Aktivität vormachen (Modell- bzw. Nachahmungslernen),

o   sie verbal anleiten („coaching“),

o   sie durch Nachfragen auf den richtigen Weg bringen (aktiviert Denkprozesse),

o   ihnen Feedback geben (z.B. darüber, wie nah sie dem Ziel sind) und

o   durch Zeigen von Interesse, Lob und Ermutigung ihre Motivation aufrechterhalten (Verstärkung).

Auch andere Kinder probierten das Stüpferlen ihren Kompetenzen entsprechend für kurze Zeit ein wenig aus. Emily (3 J.) versuchte lange gerade Risse in das Blatt zu machen und war fasziniert vom Ergebnis (siehe oben Phase a). Nachdem ich ihr eine Option vorgeschlagen hatte, fuhr sie mehrmals mit dem Stüpferli über die selben Stellen (siehe oben Phase b). Benjamin versuchte auf dieselbe Weise, seinen Fortschritt bei seinem selbst gemalten Kringel ebenfalls zu beschleunigen und fand dabei im Gespräch mit mir für sich heraus, dass mit dem Stüpferli zu reissen nicht bei seiner Kurve angewendet werden konnte, sondern dass dort nur das Aneinanderreihen von Löchern und deren Verbindung zu einem schönen Ergebnis führen würde (siehe oben Phasen b bis c). Ada (fast 3 J.) war durchaus in der Lage die Löcher in die Linien zu stechen, fand es jedoch viel spannender, ihre gemalten Figuren innerhalb mit Löchern zu dekorieren (siehe oben Phase a). Cloé (2 J.) testete die nötige Kraft aus, welche sie dafür nutzen konnte. Ihr Ziel dabei waren besonders grosse Löcher (siehe oben Phase a).

Das korrekte Stüpferlen erfordert und fördert damit das präzise und geduldige Arbeiten auf einer Linie. Um dies zu können, benötigen die Kinder eine gute Hand-Augen-Koordination und eine ausgereifte feinmotorische Kompetenz.

 

Dazu gehört die Entwicklung der Handgeschicklichkeit:

Zielgenauigkeit / Auge-Hand-Koordination

Eine gute Koordination von Auge (Sehen) und Hand (Motorik) ist für eine exakte Bewegungsausführung sowie für genaues feinmotorisches Hantieren erforderlich.

Eigenwahrnehmung / Tast- und Bewegungssinn

Kinder spüren, wie ihre Finger zueinander stehen, wie der Stift in der Hand gehalten wird, wie sie die Kraft dosieren können.

Kraftdosierung / Hand- und Fingerkraft

Zum Halten von Gegenständen benötigt man Kraft in den Händen. Diese sollte je nach Tätigkeit verschieden stark sein. Die Dosierung der Kraft ist wesentlich bei fein- wie auch grobmotorischen Aktivitäten. (Wenn Kinder zu wenig Kraft in den Händen haben, fallen ihnen kraftvolle feinmotorische Tätigkeiten schwer. Ein zu hoher Kraftaufwand hingegen kann zu Ermüdung und/oder Schmerzen in den Händen führen.)

Hand-Hand-Koordination

Die Kompetenz von Kindern ihre Hände gleichzeitig auf unterschiedliche Weise zu benutzen, z.B. das Blatt festhalten, auf dem sie malen / stüpferlen.

Handdominanz

Während der Geschicklichkeitsentwicklung automatisieren Kinder Bewegungsabläufe ihrer Arbeits- und Haltehand.

Verfasserin: Karin

Schiff ahoi!

Jeder kennt wohl das Lied „Schiffli fahren auf dem See“ – wir singen dieses Lied auch immer wieder mit den Kindern im Singkreis. Heute wollen wir wirklich mal „schöni Sache gseh“! Zeitlich reicht es leider nicht zum Schiffahren auf dem See, aber dafür auf der Limmat vom Landesmuseum bis zum Bürkliplatz, von wo wir beim und nach dem
Zvieri auch die grossen Schiffe auf dem See beobachten.

Verfasser: Ronald

Musikalische Interaktion

Musik spricht an, ohne Sprache zu sein. Die Musik und die Sprache sind Ausdrucksformen die auf Rhythmus, Klangfarbe und Tonhöhe basieren. In der intuitiven Didaktik mit Säuglingen und Kleinkindern ist bei den Erwachsenen oft eine melodiöse Stimmgebung zu erkennen. Diese Betonung der Sprachmelodie hilft dem Kind bei der Hör-Wahrnehmung der Sprache und im Gesprochenen einzelne Worte besser heraus zu hören. Klang und Melodie sind dabei Symbolträger. Sie können für Stimmungen und Emotionen stehen. In Verknüpfung mit Liedern ermöglicht es die Musik, neue Themenbereiche zu erforschen (Themenlieder), Textverständnis zu erlernen (Geschichtenlieder) und Gefühle auszudrücken (Emotionslieder).

Lara setzt sich seit langer Zeit mit ihren Emotionen auseinander. Sie beschäftigt sich mit Nähe und Distanz, mit Wut und Freude. Dabei sucht sie im Alltag unzählige soziale Situationen um das Thema zu bearbeiten.

Aus diesem Grund haben wir das wilde Sprechlied der Löwenjagd eingeführt. Begeistert macht Lara mit. Sie rhythmisiert mit den Händen und mit der Zeit kann sie einzelne Worte aus dem Vers nachsprechen. Weitaus beeindruckter reagiert Lara allerdings auf die emotionalen Komponenten des Sprechliedes. Sie lacht fröhlich, als die Jagd nach dem Löwen beginnt, zeigt spielerisch Angst wenn wir im Lied von anderen Tieren flüchten und Spannung, als wir endlich die Löwenhöhle betreten um dort voller Furcht weg zu rennen. Die Gruppenstimmung ist wild und alle rufen laut „Hilfe“ und rennen imaginär davon, um am Schluss der Liedergeschichte sich wieder im realen Kreis zurück zu finden und zur Ruhe zu kommen.

Das emotionale Sprechlied knüpft an Lara’s Interesse an Emotionen an. Dazu kommt, dass das gemeinsame Singen in den täglichen Singkreisen ebenfalls im sozialen Kontext statt findet. Musikkreise sind Interaktionskreise. Somit stehen nebst dem Singen und der geteilten Freude an der Musik, insbesondere die Austauschprozesse zwischen Erwachsenen und Kindern im Fokus. Singkreis bedeutet nicht ein trockenes vor sich her singen, sondern die sprachlichen Begriffe des Liedtextes werden mit Musik, Ausdruck und Stimmgebung emotional aufgeladen. Singen im Sinne von Sprachförderung und dem vermitteln von Musik als Kulturgut muss in erster Linie als Kommunikation betrachtet werden, in dem gemeinsam gehandelt wird und emotionale Inhalte ausgetauscht werden.

Verfasserin: Marie-Christine

Klettern wie die Grossen

Heute gehen wir mit den Kindern in den Klingenhof. Der Spielplatz in der Ruine eines alten Hauses lädt durch seine Unebenheiten und die Reste des Mauerwerks zum Klettern ein. Zunächst klettert Nayra in eine Nische zu einer alten Badewanne, in der Pflanzen wachsen. Kurz darauf folgen ihr ihre Freundinnen Julia und Elen. Gemeinsam schauen sie sich zunächst die Pflanzen an und tauschen sich über ihre Entdeckung aus. Kurze Zeit später drücken sie sich an der Badewanne vorbei, rennen um die Ruine herum und klettern erneut über ein paar hohe Stufen zur Badewanne. Diesen Ablauf wiederholen sie einige Male. Als die drei älteren Mädchen an einem anderen Ort weiterspielen und
der Aufgang zur Nische nicht mehr benutzt wird, nutzt Neva, die aus einiger Entfernung die Mädchen beobachtet hat, ihre Gelegenheit und klettert vorsichtig die Treppenstufen hoch. Auch die Treppe, welche vorhin noch von den drei älteren Mädchen genutzt worden ist, läuft sie jetzt vorsichtig hoch und wieder runter.

Verfasser: Ronald

Zu Gast in Benjamins Restaurant

Bei einer Beobachtung von Benjamin wurde sein momentanes Interesse „andere Kinder zu bewirten“ festgestellt. Daraus ist in einer gemeinsamen Auswertungssitzung das erweiterte Angebot für Benjamin und die anderen Kinder entstanden.

Das neue Angebot ist ein „Restaurant„ im Bildungsraum „Soziale Bezüge“ zu eröffnen und alle Kinder dazu einzuladen. Benjamin schlüpft sofort in die Rolle der Servicekraft und verteilt die Speisekarte, Geschirr und Essen an die Gäste.

Benjamin kann seinem Interesse nachgehen und wird mit dem neuen Angebot herausgefordert in dem mehrere Kinder anwesend sind und nicht nur seine „Freunde“. Die anderen Kinder profitieren vom Angebot in dem sie die Rolle des Gastes oder der Servicekraft übernehmen können.

Durch das Angebot wird die Sozialkompetenz und das Wir-Gefühl der Kinder gestärkt.

Verfasserin: Claudia

In Bewegung

Heute braucht die Gruppe Lila den Bewegungsraum als Möglichkeit sich zu bewegen und entwickeln. Wir springen, rennen, klettern und entspannen uns am Schluss gemeinsam. Wir lernen unsere Körper kennen, überwinden Ängste und lassen uns einfach mal fallen. Mit den verschiedenen Elementen, die uns der Bewegungsraum bietet, probieren wir spielerisch Neues aus. Heute dabei waren Rohan, Ava, Marlon, Anna, Florentine, Julia, Phina, Nayra, Mailin, Felix, Aris, Soleil, Arlinda und Rebecca.

Verfasserin: Rebecca

 

Partizipation im Alltag

Das Interesse an alltäglichen Abläufen in der Kita interessiert die Kinder schon von klein auf. Das erste Anzeichen dafür ist das Beobachten der älteren Kinder oder der Betreuer. Danach folgt die Nachahmung. Wir möchten die Kinder stets in unseren Alltag integrieren und ihnen die Möglichkeit bieten, sich im Alltag einzubringen. Das Putzen mit verschiedenen Materialien ist ein wichtiger Bestandteil davon, da die Kinder dies auf der Gruppe oft beobachten können. Wir vermitteln den Kindern ein gutes Gefühl und
fördern somit auch die Integration und die Selbstwirksamkeit der Kinder in der Gruppe.

Hier sehen wir Romy und Lino, welche sich schon früh für das Putzen begeistern konnten. Auch das Ausprobieren und erkunden der verschiedenen Materialien scheint interessant zu sein. Mit verschiedenen Materialien möchten wir ihnen sowie auch allen anderen Kindern die Möglickeit bieten, ihre Bedürfnisse und Interessen aufzugreifen und diese durch Partizipation in den Alltag einfliessen zu lassen.

Verfasserin: Alina

Herunterspringen mit Gleichgewichtskontrolle

Am 25. September wollte ich den Gruppe Rot Kindern eine motorische Herausforderung bieten, da ich bemerkt hatte, dass Klettern, Hüpfen und Herunterspringen gerade in dieser Zeit sehr gerne gemacht wurde. Wetteifern passt zusätzlich in ihre Identitäts-Entwicklungsphase. Daher habe ich auf dem Viadukt drei Kreise unter die Sitzklötze
gemalt, damit diejenigen Kinder, welche Lust hatten, hochklettern konnten und versuchen konnten nach ihren individuellen Fähigkeiten in die Kreise zu hüpfen. Einige konnten schon weit und sicher springen und versuchten daraufhin so weit wie möglich zu kommen, andere testeten noch ihren Mut und ihre Fähigkeiten überhaupt von dieser Höhe
herunterzuhüpfen. Man konnte gut erkennen, welche Entwicklung die Kinder anhand dieser einfachen Aufgabe machen konnten und auch, dass diejenigen Kinder, welche dies bereits gut beherrschten und ohne Probleme das Gleichgewicht halten konnten, die Aufgabe nur ein-zweimal durchführten und danach nicht mehr sehr spannend fanden. Danach machten wir noch einen Weitsprungwettbewerb.

Verfasserin: Karin