Online-Tagebuch

Auf dem Weg nach oben

Ab August heissen wir viele neue Kinder auf unserer Gruppe willkommen. Zuerst gilt es die neuen Räume sowie die verschiedenen Materialien zu erkunden. Ein Beziehungsaufbau zu neuen Bezugspersonen beginnt und
Kontakte zu den anderen Kinden werden geknüpft. Bastian erweitert seine Kompetenzen in der Grobmotorik und besteigt unser Podest, was ihm sichtlich Freude bereitet. Wie hoch sind die einzelnen Stufen? Wo und wie kann man sich am besten festhalten? Wie fühlen sich die Tastplatten barfuss an. Durch das Geländer lässt sich auch super das Gugus-Dada-Spiel spielen. Auf dem Weg nach oben entdeckt er immer wieder neue Sachen.
Es ergeben sich auch verschiedene Interaktionen mit Loïc, welcher auch gerade fleissig das Klettern und Laufen übt. Durch ihr gemeinsames Interesse am Podest, kommen sie so viel in Kontakt miteinander, können
sich näher kennenlernen und eine neue Freundschaft kann entstehen.

Verfasserin: Nadin

Ästhetische Bildung

Kinder lernen nicht in einzelnen Sequenzen oder in Teilaspekten, sondern ganzheitlich. Besonders in der sensumotorischen Stufe (nach Piaget) ist das sinnliche Lernen ein essenzieller Teil der frühkindlichen Entwicklung. Eher neu wird auch von der ästhetischen Bildung gesprochen. «Ästhetisch ist alles, was die Sinne anregt und Gefühle und Empfindungen hervorruft, welche rationale Verarbeitung und den daraus potentiellen Erkenntnisgewinn ermöglichen». Braun 2017, S. 79

Der Begriff Bildung suggeriert dabei die Eigenaktivität des Kindes. Also nicht bloss eine passive Aufnahme und Verarbeitung von Reizen, sondern die innere aktive Beteiligung in der Auseinandersetzung.

Giorgio macht gerade seine allerersten Erfahrungen mit Sand. Er liegt auf einem Badetuch, auf dem unebenen, flexiblen und weichen Untergrund. Dies lässt Giorgio einen Moment innehalten. Nur schon der neue Untergrund scheint etwas in ihm auszulösen. Nach einem weiteren Moment bemerkt Giorgio die Sandkörner. Wiederholt streicht er mit den Fingern durch das Material. Was für ein sinnliches Erlebnis! Ästhetische Bildung basiert auf der physischen Reizaufnahme über alle Wahrnehmungskanäle und stellt den emotionalen Aspekt des intensiv erlebten Momentes in den Hauptfokus. Anders ausgedrückt, geht es bei der ästhetischen Bildung nicht nur um das reine Wahrnehmen, sondern was als emotionaler Denkprozess im Kind selbst vorgeht.

Sehen wir doch Giorgio bei dieser Tätigkeit in sein Gesicht. Wie war doch Pestalozzis Ausdruck «über die Hand, durchs Herz zum Kopf», was (Braun 2011) in dieser Fotoreihe zum Ausdruck kommt. Giorgio zeigt im ersten Moment einen eher überraschten Ausdruck im Gesicht. Das ungewohnte Material scheint seine Neugierde geweckt zu haben. Vielleicht empfindet er auch Skepsis. Um vom hypothetischen denken/ interpretieren der Gefühlslage weg zu kommen wage ich aber die pauschale Aussage, dass das neue Material Sand sichtlich Emotionen in Giorgio ausgelöst hat. Dies ermutigt ihn, sich weiter damit auseinander zu setzten. Denn ist die Neugierde erst einmal geweckt, sind wir in einem ästhetischen Prozess bereit uns weiter und staunend mit dem Material zu befassen. Es entsteht eine genüssliche Auseinandersetzung oder gar Flow mit dem Neuem.

Verfasserin: Marie-Christine

Illuminated Art Zürich

Wir waren gestern mit den Kindern in der neuen Ausstellung der Maag Halle Zürich. Sie konnten einen Teil der Ferdinand Holder & Paul Klee Kunst erleben. Kunstwerke wurden auf eine völlig andere Art dargestellt. Es gab Animation: Augen in Portraits, welche sich bewegten, ganze Gemälde die wuchsen, wie Gebirge, welliges Wasser und auch beispielsweise ein Blütenmeer, welches uns umhüllte. Zudem tauchten die Bilder auf unterschiedlichste Art und Weise auf. Das ganze wurde mit klassischer Musik untermalt. Die Kinder beobachteten fasziniert, was passiert, fragten nach, lachten zum Beispiel über beinahe nackt gemalte Menschen, kommentierten und fieberten teilweise auch mit der Musik mit. Es war Kunst emotional erlebt.

Verfasserin: Karin

Wie entsteht ein pädagogisches Angebot?

Die Kinder erzählten mir von ihren Reiterlebnissen am Wochenende. Das brachte mich auf die Idee ein Angebot für die Kinder zu gestalten, welches ihnen noch mehr Informationen und eine Vertiefung zum Thema Reiten vermittelt.

Ich habe zwei Zäume, verschiedene Trensen, Bürsten, Hufauskratzer, Halfter, Gamaschen, ein Ohrengarn und eine Stablampe mitgebracht. Das sind alles Materialein die zum Reiten gebraucht werden.

Damit die Kinder selbständig herausfinden, wofür die Materialen eingesetzt werden, liegt ein Fachbuch über die klassische Dressurreitkunst zum Nachschlagen bereit.

Schnell stellte sich heraus, dass wir zwei Expertinnen zum Thema Reiten unter uns haben. Ona und Elif wussten sehr genau, wo beim Pferd die verschiedenen Materialien gebraucht werden. «Wo kommt das hin?» fragt ein Kind. «An die Beine der Pferde» sagt Ona. Alle Fragen wurden von Ona und Elif beantwortet.

Das Fachbuch brauchten wir deshalb nicht. Die Kinder konnten gleichzeitig ihre Fantasie ausleben und die Materialien bei sich ausprobieren. Die Trensen wurden bei Olivia als Armreifen eingesetzt oder Oskar probierte die Bürste auf seinen Haaren aus.

Kinder zeigen Begeisterung, wenn sie lernen. Sie müssen sich aber auch für etwas begeistern, um zu lernen. Nur Lernen, das Freude macht, bleibt bei Kindern nachhaltig hängen. Frühkindliche Lernvorgänge werden von Gefühlen begleitet: Kinder nehmen beeindruckende Anstrengungen auf sich, weil ihre Neugier sie motiviert. Bei Erfolg ist ihr Lernen von echten Glücksgefühlen (Flow-Erleben) begleitet. Kinder messen dabei Erfolge an ihrer Freude am Tun und an dessen Wirkung. Wenn ein Kind etwas Neues entdeckt und mit vollem Engagement und Eifer ausprobiert hat, erlebt es sich selbst als aktiv und wirksam.
Der natürliche Lerntrieb der Kinder stärkt somit ihre Persönlichkeit. Kinder, die erfolgreich und lustbetont lernen, erleben sich selbst als starke und selbstsichere Lernende. Sie gehen freudig und aufgeschlossen neuen Bildungs- und Lernmöglichkeiten entgegen.

Verfasserin: Claudia

 

Abschied

Auch in diesem Sommer verabschieden sich viele Kinder, weil sie in den Kindergarten kommen. An ihrem letzten Tag bei uns dürfen sie, wenn möglich, ein spezielles Angebot aussuchen. Lotta hatte Mitte August Abschied und sie wünschte sich noch, mit Ona zusammen mit den Magneten zu experimentieren. Lotta hat auch Ballone mitgebracht, die wir vor dem Mittagessen aufblasen und hin und her schubsen. Viel Spass im Kindergarten!

Verfasserin: Isabelle

Von Karl für Sarah

Das vielfältige und spielerische Entdecken mit allen Sinnen gehört im frühkindlichen Bereich zum Alltag. Dabei erschliessen sich die Kinder die ihnen zugängliche Welt. Dies umfasst auch das Entdecken der Schrift. Kinder nehmen die grosse Bedeutung der Schrift und Lesefähigkeit der Erwachsenen wahr und setzen sich darum ebenfalls damit auseinander.

Karl hat zu Hause einen Brief für die Erzieherin Sarah geschrieben. Diesen möchte er nun im morgendlichen Kreis vortragen. Er setzt sich in den Kreis, hält das von ihm angefertigte Schriftstück bereit und beginnt, noch etwas schüchtern, vorzulesen.

Nach dem Erwerb der Sprache oder manchmal auch gleichzeitig entdecken Kinder die Schrift. Schrift ist etwas, was bestehen bleibt. Im Gegensatz zur gesprochenen Sprache kann Schrifliches immer wieder hervor geholt werden, z.B. beim Lesen des Lieblingsbuches. Sich mit Schrift auseinandersetzen, können Kinder nur, wenn Schrift in ihrer Umgebung auch ersichtlich ist. Somit beruht der Erwerb bzw. der Einstieg des Schrifterwerbs auf gemachter Erfahrung, bevor eine eigenaktive Auseinadersetzung stattfinden kann.

Karl hat sich oft und gerne beim Schreiben der Rapportkarten für die abendliche Übergabe an die Eltern beteiligt und da auch schon mitbestimmt, was abends den Eltern vom Tag erzählt wurde. Hier hat er Erfahrung mit der Beständigkeit der Schrift gemacht. Karl hat nun den ersten Schritt gemacht, um den langen Weg zum Lesen und Schreiben zu meistern. Bevor er aber das Konzept von Schriftlichkeit voll und ganz erworben hat, ahmt er als ersten Schritt Schreibhandhabung nach. Wirft man als Leser einen Blick auf den grünen Brief, welcher Karl in den Händen hält, so sind einfache graphische Formen zu erkennen.

Die Anordnung oder das Visualisieren einer Sprechdauer ist jetzt noch kein Thema. Doch zeigt Karl durch das Vorlesen, dass er dem Aufgeschriebenen eine Symbolik verleiht. Die Voraussetzung für Sprache, wie aber auch für Schrift ist in Symbolen denken zu können bzw. Symbolen einen Sinn zuordnen zu können. Sprache symbolisiert etwas, was vielleicht gerade nicht unmittelbar da ist. Sprache und Schrift kann Vergangenes wieder in Erinnerung rufen oder neue Visionen und Ideen können kreiert werden.

Verfasserin: Marie-Christine

Ein farbiges „Herzlich Willkommen“

Nun Beginnt auf der Gruppe Türkis ein neuer Abschnitt. Unsere älteren Kinder haben nun zu den „Grossen“ gewechselt und nun begrüssen wir unsere neuen jungen Kinder. Es wird gespielt, erkundet und Neues kennengelernt. Nicht nur bei den Kindern gibt es einen Wechsel, sondern auch bei den Mitarbeitern. Um diese herzlich auf der Gruppe Türkis zu empfangen, malen wir ein Willkommensplaklat. Es macht Spass, die Farben miteinander zu vermischen und zu sehen, wie das ganze Bild entsteht. Wir freuen uns auf die kommende Zeit und möchten alle Neuankömmlinge herzlich Willkommen heissen.

Verfasserin: Alina

Besuch im Nachbarsgarten

Als gelungene Abwechsung hat die Gruppe Grün einen Besuch im Garten unserer Nachbarskita gemacht. Viel Spannendes und Seues gibt es da zu entdecken; wie das Häuschen, wo Emil sich gerne versteckt hat oder der grosse Bagger an welchem Julian besonderen Gefallen gefunden hat. Tom braucht eine Pause und macht es sich auf dem Autoreifen gemütlich. Max untersucht derweil die Haptik der Holzplättchen, welche den Boden bedecken. So hat es für alle Interessen etwas dabei.

Verfasserin: Nadin

Im Regenbogen Nagelstudio

Catarina von Gruppe Orange nimmt praktisch jeden Tag etwas von Zuhause in die Kita mit, was ihr gut hilft anzukommen. Nach dem Abschied zeigt sie uns jeweils das Mitgebrachte, es ist jeden Tag etwas anderes dabei. In letzter Zeit hat sie jedoch oft Nagellack mitgenommen. Wenn andere Kinder diesen sehen, wollen sie gleich auch die Fingernägel anmalen. Catarina freut sich dann darüber und malt dem jeweiligen Kind mit viel Eifer und Geduld die Nägel an. Manchmal wollen die Kinder zwei oder gar drei verschiedene Farben an einer Hand.

Verfasserin: Isabelle

Von den „Kleinen“ zu den „Grossen“

Nun sind die Kinder von den Kleinkindgruppen schon die vierte Woche bei den Kleinkindergartengruppen zur Eingewöhnung. Sie haben viele Interaktionen und Kontakte zu den neuen Bezugspersonen und neuen Kindern geknüpft und einen grossen Teil des Tagesablaufs der Kleinkindergartengruppen erlebt. Die Räume und die verschiedenen Materialien sind ihnen schon vertrauter .

Das Leben eines jeden Menschen ist von persönlichen Beziehungen geprägt, denn sie verhelfen zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Darüber hinaus dienen sie dazu, die Welt und sich selbst kennenzulernen und Sicherheit durch Zugehörigkeit zu erleben. Wichtige Merkmale einer Beziehung sind Kontinuität und Dauerhaftigkeit in wiederkehrenden Interaktionen, welche von Erfahrungen miteinander geprägt sind.

Verfasserin: Claudia