Kinder entscheiden mit
11. February 2026
Jedes Kind hat das Recht auf freie Meinungsäusserung. Durch Mitbestimmung wird Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit gestärkt. Kinder erleben, dass ihre Meinung zählt und das baut Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten auf. Kinder entwickeln auch Ich-Kompetenz. Sie lernen, eigene Wünsche zu erkennen, zu formulieren und für sich selbst einzustehen. Um Partizipation zu ermöglichen, beziehen wir Kinder im Tagesgeschehen ein. Zum Beispiel bringen die Kinder bein Morgen/Nachmittagskreis ihre Wünsche ein und stimmen mit Bildern ab. Kinder brauchen Partizipationsmöglichkeiten, die ihre Autonomie stärken und ihre Kompetenzen herausfordern. Wir nehmen Kinder ernst, indem wir Fragen, Meinungen und Beschwerden der Kinder aktiv aufgreifen, nachfragen und darauf reagieren. Wir geben ihnen einen klaren Rahmen, worüber sie mitentscheiden dürfen (z.B. Angebote, Auswahl von Spielen oder Liedern) und entscheiden, was aus Sicherheitsgründen bei den Erwachsenen bleibt. Vor Entscheidungen erklären wir kindgerecht kurz «Worum geht es? Welche Möglichkeiten gibt es? Was passiert danach?», damit Kinder wählen können. Auf Gruppe Türkis haben wir verschiedene Bilder für Aktivitäten draussen. Wir versuchen damit die Mitbestimmung und Mitsprache des Kindes unabhängig von Alter und Kompetenzen zu ermöglichen. Während dem Morgen/Nachmittagskreis zeige ich den Kindern zwei bis drei Bilder anhand derer sie eine Aktivität auswählen dürfen. Weil Kinder klare und begrenzte Wahlmöglichkeiten brauchen, gebe ich ihnen nur zwei bis drei Optionen, um sich nicht überfordert zu fühlen.
Verfasserin: Soe
Experimentieren mit Musik
6. February 2026
Im Moment verbringt Fleur viel Zeit mit Musik und Tanz. Im Alltag beteiligt sie sich an Singkreisen und tanzt zu den Liedern. Gemeinsames Singen stärkt den Zusammenhalt, die Empathie und Kommunikationsfähigkeit. Wenn wir singen, beobachtet Fleur uns und andere Kinder und versucht dann, unsere Bewegungen nachzuahmen. Zum Beispiel klatscht sie in die Hände oder schüttelt ihren Körper. An diesem späten Nachmittag konzentrierte sich Fleur ganz darauf, mit der Musik und ihrem Körper zu experimentieren. Sie drückte die Klaviertasten mit beiden Händen und tanzte gleichzeitig zur Melodie. Fleur beugte die Beine und streckte sie wieder. Diese Bewegung wiederholte sie immer wieder, während sie Klavier spielte. Fleur schrie auch während ihres Experiments laut vor Begeisterung. Sie probierte Klänge mit dem Klavier und ihrer Stimme aus. Musik hilft Kindern nicht nur dabei, ihre Emotionen auszudrücken und zu regulieren, Melodien vermitteln auch ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Ausserdem fördern Tanzen, Klatschen und Instrumente spielen Koordination und Feinmotorik.
Verfasserin: Soe
Es rollt
3. February 2026
Heute bauen wir gemeinsam eine Begrenzung für unsere Murmeln. Dabei setzen wir uns damit auseinander, wie weit Murmeln rollen können und wie viel Platz sie benötigen, um innerhalb einer Begrenzung zu bleiben. Zunächst dürfen die Murmeln eine schräge Palette hinunterrollen. Durch die Schräge gewinnen sie an Geschwindigkeit und Schwung. Anschliessend beginnen wir, aus Holzklötzen eine „Mauer“ zu konstruieren, um die Murmeln am Weiterrollen zu hindern. Da die Murmeln immer wieder aus der Begrenzung herausrollen, passen wir unsere Konstruktion mehrfach an und verbessern sie gemeinsam. Durch Ausprobieren und Beobachten entsteht schliesslich eine rechteckige Mauer rund um das Podest. Am Ende haben die Murmeln eine stabile Begrenzung. Nun können wir sie immer wieder hinunterrollen lassen und unser Bauwerk erfolgreich nutzen.
Verfasserin: Claudia
Wir helfen mit
29. January 2026
Die Kinder der Gruppe Blau lieben es, bei kleinen Aufgaben im Alltag mitzuhelfen. Besonders das Schneiden von Obst macht ihnen Spass, denn das Probieren gehört auch dazu! Wenn immer möglich, beziehen wir die Kinder gerne in die Zubereitung ihres eigenen Z’vieri mit ein. Bananen, Birnen und Orangen sind weich genug, dass die Kinder sie selbst zubereiten können. Die Kinder sind sehr stolz darauf, miteinbezogen zu werden, und sie lernen dabei viel. Wenn sie Lust haben, Haushaltsaufgaben zu machen, es aber noch nicht Zvieri-Zeit ist, benutzen sie gerne die Messer in unserer Spielküche und üben das Schneiden von Holzspielzeug: Brot, Käse, Obst oder Kuchen.
Verfasserin: Luisa
Werke des Kindes: Der längste Zug
22. January 2026
Jedes Kind in der Kita hat seinen eigenen Ordner, wo Eingewöhnungen, Interessen des Kindes und die Entwicklung festgehalten wird. Es gibt auch ein Register mit dem Titel «Werke des Kindes». Oft denkt man direkt, hier kommen nur Zeichnungen hinein. Doch man kann ebenfalls ein Werk aus dem Alltag fotografieren und im Ordner festhalten. Der ewig lange Brio-Bahn Zug, welcher voller Konzentration gebaut wurde, ist ein Beispiel für ein solches Werk. Hätten wir noch mehr Wagen, wäre der Zug vermutlich noch länger geworden.
Verfasserin: Alexandra
Gemeinsam schaffen wir Grosses
16. January 2026
In dieser Aktivität arbeiteten Paxton, Ellie, Leone, Perrine und Emil gemeinsam mit Magnetelementen und sammelten dabei wichtige soziale und entwicklungsbezogene Erfahrungen. Gemeinsam bauten wir Stück für Stück einen hohen Turm, wobei alle aktiv eingebunden waren, indem sie ein Element nach dem anderen ansetzten. Die Kinder beobachteten aufmerksam den Bauprozess und reagierten mit grosser Spannung, bis der Turm schliesslich umfiel. Das Umfallen löste bei allen Kindern lautes Lachen und Freude aus und schuf ein positives Gemeinschaftserlebnis. Anschliessend bauten wir zusammen eine lange Schlange auf dem Boden, bei der wieder alle Kinder mithalfen, die Magnetelemente aneinanderzufügen, bis alle Teile verbunden waren. Diese Aktivität förderte insbesondere das Erleben von Teamwork und Kooperation, da die Kinder gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiteten. Gleichzeitig wurde die soziale und emotionale Entwicklung gestärkt, indem Freude geteilt, Blickkontakt aufgenommen und aufeinander reagiert wurde. Durch das Greifen, Halten und Platzieren der Magnetelemente wurden zudem die Feinmotorik und die Hand-Auge-Koordination gefördert. Auf kognitiver Ebene sammelten die Kinder Erfahrungen mit Ursache und Wirkung sowie mit räumlichen Begriffen wie hoch, lang und verbunden. Insgesamt bot das gemeinsame Bauen eine spielerische Lernumgebung, in der die Kinder ganzheitlich gefördert wurden und positive Gruppenerfahrungen machen konnten.
Verfasserin: Ilenia
Mit Sprache die Welt entdecken
16. January 2026
Über einen Zeitraum von einem Monat habe ich im Rahmen meines Praxisauftrags ein Sprachförderungsprojekt mit den Kindern durchgeführt. Zweimal pro Woche tauchten wir gemeinsam in neue Themen ein und förderten spielerisch den Wortschatz sowie die sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Kinder. In der ersten Woche stand das Thema Tiere im Mittelpunkt: Welche Tiere kennen wir und was machen sie eigentlich? In der zweiten Woche beschäftigten wir uns mit Körperteilen und Emotionen, wobei die Kinder lernten, ihren Körper wahrzunehmen und Gefühle zu benennen. Die dritte Woche drehte sich ums Essen. Diese Woche wurde von einem gemeinsamen Picknick, bei dem viel gesprochen und erzählt wurde, gekrönt. Zum Abschluss veranstalteten wir eine grosse Tiersuche im Schlafzimmer und blickten gemeinsam auf die vergangenen Wochen zurück. Dabei wurde deutlich, wie viel die Kinder gelernt und wie aktiv sie sich sprachlich eingebracht haben.
Verfasserin: Dijona (2. Lehrjahr)